Kretschmer bei "Lanz": "Müssen den Krieg einfrieren" - ZDFheute
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Ukraine-Debatte bei "Lanz" : Kretschmer fordert erneut: "Krieg einfrieren"

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Sachsens Ministerpräsident Kretschmer pocht wiederholt darauf, den Ukraine-Krieg durch Verhandlungen "einzufrieren". Damit stößt er in der Runde bei "Lanz" auf massiven Widerstand.

Über den Ukrainekrieg, die Energieversorgungslage und die Energiepolitik der letzten Jahrzehnte

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75 min
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Sechs Monate dauert der Krieg in der Ukraine bereits an. Forderungen nach einem Ende des Krieges sind allgegenwärtig. Nicht neu ist ebenfalls die Forderung von Sachsens Ministerpäsident Michael Kretschmer, "dass der Krieg eingefroren werden muss". Bei "Markus Lanz" hat er seinen Wunsch nach Verhandlungen, um den Krieg zu beenden, am Mittwochabend bekräftigt.

Dass wir Verhandlungen brauchen, um diesen Krieg zu beenden, (…) ist meine tiefe Überzeugung.
Michael Kretschmer, Ministerpräsident Sachsens

Diese Meinung sehe er in der öffentlichen Debatte jedoch nur "sehr wenig". Kretschmer unterstellt eine "Verengung auf eine Sichtweise mit einer Argumentationslinie". Lanz hakt nach: "Nehmen Sie ernsthaft in der öffentlichen Meinung wahr, dass niemand dafür wäre, selbstverständlich zu verhandeln?" Sei das Problem nicht, dass "in Moskau jemand sitzt, der (...) all diese Bemühungen in jeder Sekunde konterkariert?"

ZDF-Kriegsreporterin: Welchen Verhandlungsvorschlag hat Putin vorgelegt?

Es stimme, dass Putin ein "furchtbarer Kriegsverbrecher" sei, sagte Kretschmer. Es stimme, dass Putin "gerade" keine Verhandlungen wolle. Allerdings:

Wir sprechen ständig darüber, dass dieser Krieg gewonnen werden muss.
Michael Kretschmer, Ministerpräsident Sachsens

ZDF-Kriegsreporterin Katrin Eigendorf widerspricht entschieden: "Wir sprechen permanent davon, dass dieser Krieg auf dem Verhandlungswege gelöst werden muss." Eigendorf betont, dass die ukrainische Regierung Vorschläge für Verhandlungen vorgelegt habe und fordert Kretschmer auf, ihr "einen einzigen Vorschlag [zu nennen], den Wladimir Putin vorgelegt hätte, der für Verhandlungen eine Diskussionsgrundlage bietet".

Kretschmer: Werde als Putin-Versteher dargestellt

Das sei nicht die Frage, entgegnet Kretschmer. Sein Eindruck sei, dass "wir uns sehr engagieren - mit Waffen, mit Geld".

Doch Menschen wie ich, die sagen, einfrieren, verhandeln, werden als naiv und als Putin-Versteher dargestellt.
Michael Kretschmer, Sachsen Ministerpräsident

Eigendorf daraufhin: "Einfrieren in diesem Krieg bedeutet doch nichts anderes, als den Maximalforderungen Russlands jetzt nachzugeben." Die Reporterin erinnert daran, dass das den Abtritt der frei gewählten ukrainischen Regierung und die Aufgabe der staatlichen Souveränität der Ukraine bedeuten würde.

Kretschmer: Brauchen gemeinsame Initiative

Diese Punkte müsse man in potentiellen Verhandlungen nicht erfüllen, so Kretschmer. Er wiederholt: "Wir müssen dafür sorgen, dass aus diesem heißen Krieg ein eingefrorener Konflikt wird." Und wieder kontert Eigendorf: "Wie?"

Durch eine "große diplomatische Initiative", erklärt Kretschmer. Wie diese aussehen soll, hakt Eigendorf nach. Es müsse darum gehen, "durch ein gemeinsames Agieren (...) der Europäischen Union, eine klare Ansprache der Vereinigten Staaten, vermutlich auch mit China und mit der Türkei" diese Initiative zu ergreifen, so Kretschmer.

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Eigendorf: Putin verharrt auf Maximalforderungen

Eigendorf zweifelt diese Idee vehement an:

Putin weicht von seinen Maximalforderungen kein My ab.
Katrin Eigendorf, ZDF-Reporterin

Kretschmer zu Eigendorf: "Sollten (wir) nichts tun, um ihn dazu zu bringen? Sollten (wir) keine Verbündeten suchen?" Lanz fragt, was Kretschmer Putin gegenüber in Verhandlungen anbieten würde. Kretschmer ignoriert die Frage und wiederholt sich:

"Die Erfahrung der Diplomatie zeigt, dass man eine Anzahl von Verbündeten braucht, (…) auch andere Länder (…), die eher auf der Seite Russlands stehen (…), die aber in gleicher Weise von dieser ökonomischen Verwerfung bedroht sind und die kein Interesse daran haben, dass es weitergeht."

Diskussion bleibt hitzig

Und weiter: "Das heißt in keiner Weise, dass die Ukraine jetzt Territorium aufgeben muss oder dass Russlands Kriegsziele erfüllt werden. (…) Russland darf den Krieg nicht gewinnen." Wogen glättete das nicht, die Diskussion blieb hitzig - und am Ende blieb Markus Lanz nur ein Wort zur Einordnung: Er sei "ratlos".

Bereits im Juli hatte Kretschmer ein Einfrieren des Krieges gefordert. In einem Gespräch mit ZDFheute schilderte Friedensforscherin Nicole Deitelhoff, was aus ihrer Sicht dagegen spricht.

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