750 Jahre Wichmannshausen: So feierte der Sontraer Stadtteil
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750 Jahre Wichmannshausen: Kleiner, aber nicht weniger feiner war die Feier

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Von: Harald Triller

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Die Wichmannshäuser Faschinggirls präsentierten beim Heimatabend am Freitag unter der Leitung von Claudia Löffler die „fünf“ Jahreszeiten. Alle
Bunt: Die Wichmannshäuser Faschinggirls präsentierten beim Heimatabend am Freitag unter der Leitung von Claudia Löffler die „fünf“ Jahreszeiten. © Doris Büschel

Vor 750 Jahren wurde Wichmannshausen das erste Mal urkundlich erwähnt. Das wurde in dem Sontraer Stadtteil jetzt drei Tage lang ausgiebig und kreativ gefeiert.

Wichmannshausen – Kleiner als ursprünglich geplant, aber nicht weniger feiner, feierte der größte Sontraer Stadtteil Wichmannshausen am Wochenende. Beim Festkommers, der in den temperamentvollen Heimatabend überging, den die örtlichen Vereine gestalteten, erklärte Ortsvorsteher Herbert Cebulla, dass die Pandemie dem zehnköpfigen Festausschuss einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht habe.

„Wir haben im September 2019 mit der Planung begonnen, uns aber zu Beginn dieses Jahres auf eine abgespeckte Version geeinigt“, zeigte sich der Festredner angetan von den Überraschungen, die der Abend mitbrachte.

Beide ausgezeichnet: Ortsvorsteher Herbert Cebulla im Gespräch mit dem dreifachen Special-Olympics-Sieger im Boccia, Matthias Deiß.
Beide ausgezeichnet: Ortsvorsteher Herbert Cebulla im Gespräch mit dem dreifachen Special-Olympics-Sieger im Boccia, Matthias Deiß. © Privat

So konnte der Auftakt nicht amüsanter sein, denn die 86-jährige Ortrud Rosenbaum, die mittlerweile in einem Eschweger Seniorenheim ihr Zuhause gefunden hat, glänzte beim Gedicht mit vier langen Strophen über ihr ehemaliges Heimatdorf. Eine Überraschung, weil er wirklich nichts davon wusste, war die Ehrung für Herbert Cebulla – Ehefrau Edith mit eingeschlossen – dem der Festausschuss für seine 25-jährige Tätigkeit als Ortsvorsteher mit einem Luftbild von Wichmannshausen dankte. Und auch Matthias Deiß durfte sich über eine Ehrung freuen, die dem dreifachen Goldmedaillengewinner im Boccia bei den Special Olympics verliehen wurde.

In seiner Festrede beschränkte sich Herbert Cebulla auf die dörflichen Errungenschaften in den letzten 50 Jahren und hat dabei auch die Vereine, die Geschäfte und Betriebe nicht vergessen, die an der positiven Entwicklung großen Anteil hatten. „Dank der Stadt und dem Bauhof ist es uns gelungen, die Eschweger Straße abzusperren und zur Festmeile umzufunktionieren.“

Bürgermeister Thomas Eckhardt und Hänselmeister Daniel Kohl.
Musikalisch: Bürgermeister Thomas Eckhardt und Hänselmeister Daniel Kohl. © Privat

Landrätin Nicole Rathgeber, die diese Tatsache nutzte, um die Straße in verkehrsberuhigende Zone umzubenennen, verblüffte die Festgäste mit erstaunlichem Wissen über die Geschichte des Dorfes. Bürgermeister Thomas Eckhardt, der eine Ruhebank als Geschenk dabei hatte, machte deutlich, dass Wichmannshausen seinen dörflich geprägten Charakter stets bewahrt hat. Und Parlamentschef Gerhard Mutter lobte die Gemeinschaft, die viel auf die Beine gestellt hat.

Otto von Boyneburgk: „Unsere Familie ist seit 70 Jahren ein Teil von Wichmannshausen. Wir haben die Entwicklung von Schotter- zu glatten Teerstraßen miterlebt.“ Schließlich präsentierte Hänselmeister Daniel Kohl sein neues Gewand, das die Identifikation zur Stadt, den Stadtteilen und den Vereinen hervorhebt. Und Pfarrer Karsten Leischow hatte kein Flachgeschenk dabei, dafür aber gab er allen Besuchern Gottes Segen.

Reiner Reimuth und Sabine Sennhenn stellten als Kaiser und Kelly.
Reiner Reimuth und Sabine Sennhenn stellten als Kaiser und Kelly. © Privat

Nahtlos wechselte das Geschehen vom Kommers zum Heimatabend, der quasi einem Showteil gleichkam, den die Barbara Schöneberger von Wichmannshausen, Nadja Walter, und Herbert Cebulla moderierten. Es ging Schlag auf Schlag, die Landfrauen Ute Adolf und Inge Weimar erzählten vom Butterhandel, die Angler Alexander Schulz, Jörg Viehmann, Mark Löffler und Dirk Rabe legten eine kesse Sohle auf die Bühne und Natalie Brill setzte Andrea Berg ins Bild.

Die Sänger Erwin Walter und Dieter Schellhase haben ihre eigene Version von der kleinen Kneipe zu Gehör gebracht, Schütze Guido Reimuth wusste von Strohbärengeschichten der Kirmeszeiten zu erzählen, Reiner Reimuth und Sabine Sennhenn stellten als Kaiser und Kelly die Frage „Warum hast du nicht nein gesagt“, Gaby Teister als Brigitte und Edith Cebulla als Chantal entführten vor allem die Männer zum Boulevard nach Paris, und die Wichmannshäuser Faschinggirls präsentierten die „fünf“ Jahreszeiten unter der Leitung von Claudia Löffler, wobei Marielle Löffler und Lilly Graumann die perfekte Moderation auf Lager hatten.

Herbert Cebulla: „Ich denke, auch im geschrumpften Feierformat hat sich Wichmannshausen erstklassig präsentiert.“ (Harald Triller)

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