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16.07.2019 - 11:36 Uhr
Archiv Spieltagsthreads |#211
31.07.2022 - 07:44 Uhr
Champions League Gruppenphase: FC Bayern - Benfica Lissabon

Verfasser: @Remington_Steele

Zitat von Remington_Steele
Wir treffen am Dienstag auf Benfica und können dabei den Aufstieg ins Achtelfinale bereits perfekt machen. Wenn wir gewinnen und gleichzeitig Barcelona nicht drei Punkte in Kiew holt. Gewinnt Barca könnten uns die Katalanen bei Punktegleichheit und bei einem Sieg mit vier Toren Unterschied am letzten Spieltag noch überholen. Ich denke mal, dieses Szenario können wir ausschließen. Sprich: Ein Sieg am Dienstag und wir sind durch.

Trotzdem können wir nach dem 0:5-Pokalaus vom Mittwoch nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen, 5:2-Sieg bei Union hin oder her. Das war schockierend, das erinnerte an dunkelste Zeiten. Jetzt kann man natürlich der Meinung sein, dass wir da eben einen rabenschwarzen Tag hatten und das auch den Besten passieren kann und darum nichts zu bedeuten hat. Doch so locker sehe ich das nicht. Sowas ist uns im Pokal noch nie passiert – und vergleichbare Pleiten zu finden, muss man schon weit zurückgehen in unserer Historie. Das 1:5 in Wolfsburg 2009 unter Klinsmann fällt mir ein, das 2:6 in Kopenhagen 1991 unter Sören Lerby oder das 1:5 in Freiburg 1994. Was diese drei Vergleiche aufzeigen: Damals stimmte es bei uns intern überhaupt nicht, es krachte im Verein und in der Mannschaft. Was sich nicht vergleichen lässt, ist die Qualität der jeweiligen Kader: 1991/92 hatten wir eine desaströse Mannschaft, 1994/95 rumorte es gewaltig in der Mannschaft und 2008/09 war der Kader zumindest sehr unklug zusammengestellt, mit einem Trainer, der sich in einen wahren Strudel hineinmanövrierte. Unser Kader in dieser Saison ist auf den ersten 12, 13 Plätzen nach wie vor stark, nicht mehr so stark, wie er mal war, aber eigentlich ist es unmöglich, ich wiederhole unmöglich, mit so einer solchen Mannschaft 0:5 zu verlieren. Und sind wir uns ehrlich: Gladbach hat uns hergespielt wie eine Schülermannschaft. Das hatte was vom 1:5 in Frankfurt, als wir 100 km/h-Trainer befreit wurden.

Aber was heißt das jetzt? Woran kann das gelegen haben? Daran, dass Nagelsmann nicht dabei war? Daran, dass manche Spieler bei uns einfach satt sind und in einem Zweitrundenspiel einfach keine Spannung mehr aufbauen können? Sind die Stammspieler überspielt, weil eben der zweite Anzug kaum Qualität hat, stimmt es in der Mannschaft nicht?

Keiner von uns hat darauf eine Antwort. Und natürlich stimmt es, dass wir noch vor Kurzem als beste Mannschaft Europas tituliert wurden. Aber nur, weil das manche behaupten, muss es ja nicht stimmen. Nun: Unverkennbar ist, dass wir im Sommer unsere Problemzonen im Kader nicht geschlossen bekommen haben. Uns fehlt ein kreativer Sechser, einer, der unser Spiel dirigiert, und wenn der nicht machbar war, dann eben ein verkappter Spielmacher im ZM. Geholt haben wir Sabitzer, der Jubel war teils überschwänglich hier herinnen, nicht wenige haben den Braten schon gerochen, für mich war aus der österreichischen Nationalmannschaft klar, dass uns Sabitzer keinen Millimeter weiterhilft, weil er ein eindimensionaler Pressing-Spieler ist. Rechts hinten ist es natürlich löblich, dass wir es mit Josip Stanisic probieren, er ist aber nicht der Spielertyp, den wir bräuchten. Er ist kein agiler RV mit Tempo und Vorwärtsdrang, sondern ein sehr defensiver Rechtsverteidiger, einer, wie er eigentlich nicht zu uns passt.

Die spannende Frage ist, wie es weitergeht. Folgen weitere Rückschläge? Mein Gefühl sagt mir, das werden wir spätestens nach dem Spiel in Dortmund wissen, das wirklich sehr heikel werden könnte in dieser Saison. Aber auch schon am Wochenende gegen Freiburg wartet eine Nagelprobe auf uns, denn die Breisgauer sind richtig gut drauf und traditionell ein unbequemer Gegner. Benfica dagegen ist in ein Formtief geschlittert, hat in Portugal die Tabellenspitze verloren – das Spiel sollte kein Problem werden. Sowohl Goretzka als auch Hernandez sind mit dabei, ich erwarte mir einen klaren Sieg. Aber was den weiteren Saisonverlauf angeht, sind wir gerade an einem kritischen Punkt – respektive: Jetzt dürfte allen bei uns klar sein, dass diese Saison eine Herausforderung wird. Und es ist noch völlig offen, welche Dynamik das alles bekommt.

Euer Remi


Ergebnis: 5:2
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/fc-bayern-de-munique-sport-lisboa-e-benfica/index/spielbericht/3651094
Archiv Spieltagsthreads |#212
31.07.2022 - 07:44 Uhr
11. Spieltag Bundesliga: SC Freiburg - FC Bayern

Verfasser: @Triplejupp

Zitat von Triplejupp
Hallo und herzlich willkommen zum 11.Spieltag 2021/22.
Nachdem wir bereits unter der Woche einige Jubiläen feiern konnten (Lewys 100.Championsleaguespiel, Lewys 80.CL-Treffer, Phonzies 21.Geburtstag) wurde unsere Unterstützung für ein weiteres Jubiläum angefragt und selbstverständlich war der FC Bayern gerne bereit dazu.

Und so empfangen wir den allseits beliebten Chefcoach des SC Freiburg, Christian Streich, zu dessen 300.Bundesligapartie (98 S, 89 U, 112 N), natürlich allesamt auf der Bank des SC Freiburg. Herzlichen Glückwunsch dazu:thumb
Auf dass er die Bundesliga noch einige Jahre mit seiner Leidenschaft für den Fussball, seinem Humor, seinem Gespür für die oftmals richtigen Worte und seinem ehrlichen Mut zu gesellschaftlichen Themen offen Position zu beziehenUnschuldig, bereichern möge!

Zum Gegner:
Der SC Freiburg befindet sich seit dem Saisonstart auf einem anhaltenden Höhenflug, der ihn aktuell auf Platz 3 befördert, „besser“ war er nur in der Saison 1994/95 als er am Saisonende den 3.Platz belegte. Somit wird mir die Ehre zuteil bei meiner ersten Spieltagseröffnung gleich Mal ein echtes Spitzenspiel promoten zu dürfen, was es übrigens zwischen dem FC Bayern und dem SC Freiburg noch nie gab!
Der Erste gegen den Dritten, die beste Offensive (38 ToreÜberrascht, natürlich Rekord nach 10 Spieltagen) trifft auf die beste Defensive (7)Verschlossen der Liga, was nicht bedeutet, dass der SC sich hinten einmauern wird.
Nein, 17 geschossene Tore nach 10 Spielen sind für den SC famos und bedeuten einen neuen Offensivrekordkurs unter Streich (aktuell in der Saison 2020/21 52:52 Tore). Unter den aktuellen Toptorjägern des SC (je 3 BL-Tore) befindet sich auch ein alter Bekannter, Woo-yeong Jeong, der von 2018-20 bei unseren Amateuren gespielt hat.
Folglich wird uns der SC mit breiter Brust gegenübertreten, denn zu verlieren hat er nichts und mit Mark Flekken den aktuell besten Keeper der Liga im Kasten, 81,6% gehaltene Torschüsse, der damit Neuer (71,4%) doch deutlich distanziert.

Besonderheiten des Spiels:
Natürlich Christian Streich, der seit dem Jahreswechsel 11/12 die Geschicke des SCF mit großem Erfolg leitet und auch Rückschläge sowie den Verkauf von Topspielern und Talenten immer wieder erfolgreich kompensiert und aus seinem Haufen beständig eine schlagkräftige Truppe formiert.
Nach Adam Riese steht bald Streichs 10-jähriges Jubiläum ins Haus, zu dem ich ihn nur beglückwünschen kann. Damit thront Streich mit großem Vorsprung an der Spitze der aktuell am längsten amtierenden Bundesligatrainer. Eine derartige Treue der Vereinsspitze dem Trainer gegenüber ist eine echte Rarität und heutzutage schon einmalig, zumindest in der Ersten Liga. Umso schöner, dass diese Treue Jahr für Jahr (fast) immer mit mindestens soliden, meistens aber überdurchschnittlichen Leistungen von Trainer und Mannschaft belohnt wird. Davor kann ich nur den Hut ziehen.

Zum Spiel selbst:
Es fällt mir schwer den Duellen mit dem SC Freiburg das passende Prädikat zu verleihen. Diese Spiele sind selten Offensivspektakel, aber auch keine Abwehrschlachten, sie bleiben kaum im Gedächtnis, und doch sind wir meistens froh, wenn wir nach 90 Minuten die 3 Punkte behalten konnten. Von einem Angstgegner zu sprechen wäre übertrieben, trotzdem macht uns der gut organisierte Spielaufbau und die disziplinierte Verteidigung der Freiburger regelmäßig das Leben schwer und wir müssen uns die drei Punkte oft sauer verdienen. Nicht umsonst nutzt die Sportpresse in Bezug auf den SC Freiburg öfter mal den Vergleich mit einem uns gut bekannten kleinen gallischen Dorf; exemplarisch sei an den knappen und vor allem späten Siegtreffer von Joshua Zirkzee vor der Winterpause in unserer Sextuplesaison erinnert.

Obacht ist also geboten!
Zwar ergatterte der SC Freiburg in unseren letzten 10 Bundesligaduellen nur magere 3 Pünktchen, und in der Allianz-Arena sieht es nicht viel besser aus (insgesamt sogar nur 3 Punkte aus 21 Versuchen), blieb jedoch nur in der Saison 17/18 (5:0, 4:0) gegen uns ohne eigenen Torerfolg!! Ein Fakt, der uns angesichts der äußerst schmerzhaften Niederlage in Gladbach und den weiterhin gezeigten Defensivschwächen gegen Union und Benfica Lissabon Warnung genug sein sollte.
So bleibt mir nur auf ein Neues zu hoffen, dass JN es schafft unserer Abwehr ein weiteres Stück mehr Souveränität und Sicherheit, idealerweise über 90 Minuten, einzuimpfen und individuelle Patzer und Unkonzentriertheiten abzustellen. Dann stünde angesichts unserer aktuell gezeigten Offensivpower, meiner Meinung nach, einem weiteren Triumph des "Novizen" Nagelsmann über den "Altmeister" Streich nichts mehr im Wege.

Bayrische Jubiläen: Neuers 450.Pflichtspiel, Süles 150.Pflichtspiel, Davies' 99.Pflichtspiel
Funfact: Bei jedem Freiburger Sieg traf der SC mindestens einmal nach Standardsituation, bei den 4 Remis klappte das nicht.

In diesem Sinne wünsche ich den Zuschauern vor Ort und unseren Gästen eine sichere An- und Abreise, beiden Teams ein verletzungsfreies Spiel und uns allen spannende, intensive und vor allem unterhaltsame 90 Minuten, die hoffentlich in einem Sieg unseres FC Bayern münden.
Bleibt mir alle weiterhin gesund und munter,

Herzlich
Triplejupp

WICHTIG:
In diesem Thread sind Provokationen, Beleidigungen, MANIPULATIONSVORWÜRFE, Spoiler anderer Begegnungen und Spam absolut zu unterlassen. Die Paten werden entsprechend streng sanktionieren. Des Weiteren bitte ich darum, dass Stream Anfragen und Posting illegaler Art unterlassen werden, appelliere an ein ruhiges und entspanntes Miteinander und verweise nicht zuletzt auf den Eröffnungspost.


Ergebnis: 2-1
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/fc-bayern-de-munique-sc-freiburg/index/spielbericht/3588283
Archiv Spieltagsthreads |#213
31.07.2022 - 07:45 Uhr
Champions League Gruppenphase: Dynamo Kiew - FC Bayern München

Verfasser: @Remington_Steele

Zitat von Remington_Steele
Es ist alles kompliziert im Moment

So ganz schlau werde ich nicht aus unserer Mannschaft in dieser Saison. Starke, konzentrierte Leistungen wechseln sich mit trägen, fast schon lustlos schwachen Darbietungen ab. Ich bin mir wirklich unschlüssig, wohin die Reise in dieser Saison geht. Wobei, als erfahrener Fan erinnert mich die Saison so ein bisschen an die Spielzeit 2000/01, als wir in der Liga auch etliche schwache Tage hattn, aber die Mannschaft in den ganz großen Spielen und in den ganz großen Momenten immer wieder zulegen konnte. Ich werde nie den Freistoß in Hamburg vergessen, ich wusste damals, dass er reingeht. Weil wir damals einfach so waren, das war unsere Mentalität. Wir gewannen die Champions League, wurden Meister – nicht mit berauschendem Fußball. 1999 hätte wir uns, was unsere spielerischen Leistungen betraf, den Champions-League-Sieg viel mehr verdient als 2001, andererseits hätten wir 2001 ohne die Mutter aller Niederlagen niemals den Titel geholt. Man weiß also nie, wofür etwas gut ist.

Trotzdem gibt es natürlich schon und leider sehr große Unterschiede zu 2001. Die Gefahr besteht, dass da was aus den Fugen geraten könnte bei uns – was die Hierarchie betrifft. Natürlich sind Neuer und Lewandowski die Wortführer bei uns und auch ein Müller, aber ich wäre nicht überrascht, wenn Joshua Kimmich innerhalb der Mannschaft an Standing eingebüßt hätte. Denn wenn er sich nicht impfen lässt, wird er möglicherweise noch öfter fehlen – und ich bin mir ziemlich sicher, dass das seine geimpften Teamkollegen aus Sicht des Hochleistungssportlers nicht nachvollziehen und nicht akzeptieren können. Ich will damit jetzt keine neue Impfdebatte auslösen, trotzdem ist es aus sportlicher Sicht verheerend, dass wir in Zukunft möglicherweise öfters, vielleicht sogar dauerhaft auf so wichtige Spieler wie Kimmich, Gnabry und Musiala verzichten müssen – und auch ein Choupo-Moting ist ein wichtiger Roll-Player. Sowas löst innerhalb einer Mannschaft etwas aus, es löst etwas im Verein aus. Kimmichs Fehlen hat uns gegen Augsburg sportlich geschadet und natürlich ist die Gefahr der Lagerbildung nun groß innerhalb der Mannschaft: Da die Geimpften, dort die Ungeimpften. Ich sage das nicht gerne, aber da können Gräben entstehen. Die Frage ist auch, wie wir damit perspektivisch als Verein umgehen. Der Gehaltsabzug für die fünf betreffenden Spieler, Cuisance ist ja auch ungeimpft, ist zwar sicher hart, aber wohl nur der Anfang. Wir werden es sicher nicht tolerieren, wenn eigentlich einsetzbare Spieler entweder gar nicht ins Stadion dürfen und deshalb ausfallen oder immer wieder ausfallen, weil sie in Quarantäne müssen.

Natürlich ist es eine höchstpersönliche Entscheidung, ob man sich impfen lässt oder nicht, trotzdem hängt da für die Gruppe sehr viel dran. Nämlich für alle Erfolgsprämien in Form von Punkteprämien, Torprämien, Saisonziel-Prämien. In weiterer Folge geht’s da um Marktwerte, die natürlich bei verpassten Saisonzielen fallen, mitgehangen, mitgefangen eben. Deshalb dürfte im Moment sehr viel auf die Spieler eingeredet werden. Die Geimpften werden sozusagen von ihrem Umfeld geimpft, den Ungeimpften ihre Meinung einzuimpfen. grins Im ernst. Die Partnerinnen werden lästern. „Was denkt denn dieser Kimmich, wer er ist?“, oder: „Lies dem Jamal mal die Leviten“, oder: „Ich würde dem Serge keinen Ball mehr zu spielen!“ Klingt wahrscheinlich wizig, dürfte so oder so ähnlich aber passieren. Dann werden die Berater auf die Spieler einreden, wie unprofessionell diese Ungeimpften sind, der in oder andere Werbepartner wird was sagen, und noch viel schlimmer: Vielleicht da ein Physio im Verein, dort ein Betreuer.

Die Ungeimpften wiederum werden natürlich auch von allen Seiten vollgesungen. Eben von den Mitspielern, den Trainern, der erwähnte Physio – um ein konkretes, natürlich rein spekulatives Beispiel zu nennen – wird die Spieler bei einer Behandlung mal drauf ansprechen und sie zu überreden versuchen. Dann vielleicht Hasan, Kahn, vielleicht auch Hainer, Flick. Und auf der anderen Seite werden diese Spieler wieder viele Vertraute haben, die ihnen gut zureden, sie in ihrer Entscheidung bestärken. Die Medien kommentieren es, die Fans in den Foren, die Leute werden die Spieler auf der Straße ansprechen: „Geh Impfen!“ „Weiter so, lass dich nicht unterkriegen!“ Und dann wir als Verein. Wir werden Druck von den Medien bekommen, von der Politik, Nagelsmann wird sagen, dass er die Spieler braucht – und gleichzeitig darauf verweisen, dass der Kader ja so knapp ist. Dann kommen wieder Diskussionen hoch, warum man nicht mehr gemacht hat im Sommer. „Ich habe doch gesagt, wir brauchen einen Rechtsverteidiger!“ Und die mögliche Replik: „Und wir haben dir gesagt, dass wir in diesem Jahr nicht offensiv am Markt auftreten können.“

Das Thema hat weitreichende Auswirkungen, das kann, meiner Meinung nach, eine Mannschaft komplett auseinander sprengen. Ich habe selbst Personalverantwortung und wenn bei uns in der Abteilung andere Mitarbeiter unter einer persönlichen Entscheidung von Arbeitskollegen leiden würden und wir als Abteilung unter Druck kämen, ich würde wohl kochen vor Wut. Ist zwar nicht vergleichbar und doch keine völlig andere Situation. Ich wüsste nicht, wie ich da entscheiden würde. Wie man liest, geht zumindest ein Bayern-Spieler juristisch gegen den Gehaltsabzug vor, das könnte also noch sehr unschön werden; gelinde ausgedrückt.

Nun, am Dienstag ist es mehr oder weniger wurscht für uns, wer dabei ist und wer nicht. Aber Erstens ist es und bleibt ein Spiel in der Champions League und Zweitens gilt es für uns, Sportgeist zu zeigen und den Wettbewerb nicht zu verfälschen. Nun, Marcel Sabitzer wird wahrscheinlich wieder eine Chance bekommen. Der Österreicher ist, wie realistischerweise zu befürchten war, einfach nicht der Spielertyp, der zur Mannschaft passt und den wir gebraucht haben; ganz abgesehen davon, dass er einfach auch nicht die Qualität für die erste Elf bei uns mitbringt. Das ist ja das andere Problem. Dadurch, dass wir am Dienstag zwei Startspieler wegen dieser Causa und Dayot Upamecano gesperrt vorgeben müssen und mit Musiala und Choupo-Moting zwei Spieler ausfallen, die am Dienstag durchaus ihre Minuten bekommen hätten, Musiala vielleicht sogar einen Starteinsatz, bleiben wenig Optionen für eine Rotation. Zumal ja auch Josip Stanisic und Niklas Süle fehlen. Immerhin kehrt Kingsley Coman zurück, Kräfteschonen werden wir aber wohl nicht können am Dienstag, zudem wird uns die weite Reisen schlauchen, zum Glück ist es noch nicht frostig in Kiev, es sind Temperaturen um die Null-Grad-Grenze zu erwarten.

Hoffen wir, dass bei uns die Stimmung nicht frostig wird und wir es schaffen, weiter zusammenzuhalten. Denn nur zusammen sind wir stark.

Euer Remi


Ergebnis: 1:2
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/dinamo-kiev-fc-bayern-de-munique/index/spielbericht/3651109
Archiv Spieltagsthreads |#214
31.07.2022 - 07:45 Uhr
14. Spieltag Bundesliga: Borussia Dortmund - FC Bayern München

Verfasser: @Westi

Zitat von Westi
Nach unruhigen Wochen rund um Impfdiskussionen, Corona-Ausbrüchen und massiven Streitigkeiten um das Katar-Sponsoring, die in höchst bedenklichen Konfrontationen auf der Jahreshauptversammlung mündeten, wünschen sich viele FCB-Fans, dass auch mal wieder das sportliche in den Vordergrund rücken möge.
Zugegeben macht die allgemeine Situation in diesem Land das wahrlich nicht leicht. Das Spitzenduell zwischen dem BVB und dem FCB, welches man in diesem Fall angesichts der Tabellensituation auch ohne Frage so nennen kann, steht eigentlich in erster Linie für Emotionen, Stimmung, und in den meisten Fällen auch hochklassigen Fußball. Nur steht zur aktuellen Stunde noch gar nicht fest, ob, und wenn ja, mit wie vielen Fans im Stadion das Topspiel überhaupt über die Bühne gehen wird. Die pandemische Lage hat das Land fest in der Hand und trotz der zahlreichen Impfungen steht das Land vor einem weiteren Lockdown – oder zumindest sehr weitreichenden Einschränkungen. Ein Zustand, den vor Monaten noch die Wenigsten wieder erwartet hätten, geschweige denn wahrhaben wollten.

Nun ist das hier nicht der richtige Anlass, um über Gründe und Schuld für diesen Zustand zu schwadronieren. Fest steht, dass es natürlich drastische Auswirkungen nicht zuletzt auf den Profifußball und dessen wirtschaftliche Situation hat. Jan-Christian Dreesen hat dies bei der JHV ja wie üblich sehr anschaulich dargelegt, die Verluste für den FCB liegen im dreistelligen Millionenbereich und dürften je nach Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr nicht geringer ausfallen. Eine Entwicklung, die man natürlich landesweit spürt und somit auch in Dortmund, die ebenfalls harte Einbußen hinnehmen mussten.
Die sportliche Situation gestaltet sich da noch relativ zufriedenstellend, wenngleich man mit dem CL-Aus eine extrem bittere Pille schlucken musste. In der Liga hält man jedoch bis hierhin mit dem FC Bayern Schritt. Es ist zwar nicht immer berauschend, was die Borussia spielt, doch gestaltet es sich bisher als überaus effektiv und man gewinnt reihenweise eben auch die knappen Spiele, wobei man sogar einen mehrwöchigen Ausfall des Ausnahmestürmers Erling Haaland punktetechnisch sehr gut verkraften konnte.
Insgesamt ist es sicherlich spürbar, dass die Bundesliga sich schwer tut. Beim Blick über den Tellerrand lohnt es sich jedoch, immer auch in Betracht zu ziehen, was sich im Ausland in bestimmten Fällen fast schon für skandalöse Entwicklungen auftun, wenn man nur mal nach Barcelona oder Turin schielt, die nun nicht gerade Schlagzeilen schreiben, die man von seinem Verein lesen möchte. Im Vergleich dazu verfallen die Bundesliga-Vereine dann zumindest nicht dem Wahnsinn und stellen sich der Situation mit Realismus und Würde, wenngleich in dieser Saison international sicherlich nicht alles so läuft, wie man es sich eigentlich wünscht.
Bleibt zu hoffen, dass dies das letzte Mal ist, in dem dieses Spitzenspiel unter so unsicheren und unerwünschten Vorzeichen steht. Es ist und bleibt schlicht und ergreifend etwas anderes, wenn es vor 75.000 oder 80.000 Zuschauern stattfindet, die etwas erleben wollen, als in einem kalten Rund, das dem Anlass des Ganzen in keinster Weise gerecht wird.
Entsprechend werden die Einschränkungen, die mit Sicherheit kommen werden, hoffentlich nicht von allzu langer Dauer sein, denn – und auch das war bei unserer JHV sicherlich spürbar – Fußball lebt nicht von rücksichtslosen, profitgetriebenen Marktentscheidungen, sondern von den Menschen, die sich für ihn begeistern.


Ergebnis: 2-3
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/borussia-dortmund-fc-bayern-de-munique/index/spielbericht/3588337
Archiv Spieltagsthreads |#215
31.07.2022 - 07:45 Uhr
Champions League Gruppenphase: FC Bayern München - FC Barcelona

Verfasser: @Remington_Steele

Zitat von Remington_Steele
Ab in die Steinzeit

Wir können am Mittwoch Barcelona in die Fußball-Steinzeit zurückbefördern. Verlieren wir nicht und gewinnt gleichzeitig Benfica gegen Kiew, ist Barca aus der Champions League ausgeschieden und muss im Frühjahr Europa League spielen. Und damit herzlich Willkommen bei meiner Spieltagsvorschau.

Was war das für ein Wochenende mit dem 3:2-Sieg in Dortmund. Es war ein Sieg ganz nach unserem Geschmack. Ganz Deutschland ärgerte sich, keifte, die Dortmunder wähnten Betrug, ärgerten sich über die Schiedsrichterentscheidungen, sagten Dinge, die sie sich besser nur gedacht hätten und wir: Wir konnten es genießen. Am Mittwoch steht uns der nächste Genuss bevor. Wir können und wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass Barcelona in der Gruppenphase ausscheidet. Ich bin heiß darauf – und ihr?

Nun, der neue Barca-Coach Xavi hat zwar direkt nach der Nullnummer gegen Benfica angekündigt, dass man in München gewinnen werde und auch Laporta ist überzeugt, dass dieser Sieg möglich ist; wenngleich er es als „Wunder“ tituliert. Die große Ära von Barcelona ist sicherlich vorbei. Ich selbst muss sagen, obwohl ich bei zwei siegreichen Champions-League-Endspielen im Stadion war, 2001 und 2013, war das 4:0 gegen Barcelona vom 23. April 2013 das emotionalste Spiel, das ich im Stadion live miterlebt habe. Man glaubte kaum, was man sah. Das war eine magische Nacht. Für mich die Geburtsstunde der Super-Bayern. Wir waren nach diesem Spiel ein anderer Klub. Mit einer anderen Aura. Wir haben seit jenem April-Tag im Jahr 2013 öfter die Champions League gewonnen als Barcelona, mehr noch, wir sind in dieser Zeitspanne neben Real Madrid der einzige Verein, der die Königsklasse öfter als ein Mal gewonnen hat.

In Barcelona haben sie vergessen, wer sie sind. Dort haben sie im vergangenen Jahrzehnt einen Gigantismus gelebt, der nicht zum Verein passt, sie haben Messi zum Milliardär gemacht und dabei selbst Schulden in Milliarden-Höhe aufgebaut. Sie haben so viele Schulden, dass sie im zurückliegenden Sommer wochenlang keine neuen Spieler mehr anmelden konnten, unter ihnen auch Messi. Hach! Wie viele Barca-Fans haben uns in den vergangenen Tagen erklärt, wie viel besser Messi als Lewandowski sei. Was wir denn überhaupt hätten mit unseren Kommentaren zur Ballon-d’Or-Vergabe. Lewandowski sei zwar gut, das schon, aber doch nicht vergleichbar mit ihrem Halbgott. Auch heute nicht. Und eigentlich, schwingt immer mit, sind auch wir Bayern nicht auf einer Stufe mit dem FC Barcelona, der ja mehr als nur ein Klub ist.

Wollen wir ihnen, mal wieder, das Gegenteil beweisen? Ja! Lewandowski vor, noch ein Tor und noch ein Tor und noch ein Tor! Zerstör sie! Und ich bin mir sehr sicher, dass Robert diesen Antrieb hat, genauso wie wir als Mannschaft. Wir können Barcelona in die Fußball-Steinzeit zurückballern. Eigentlich ist Barca ein hochsympathischer Verein. Der Verein stand seit Cruyff für gepflegten Offensivfußball, für Jugendausbildung, für einen Weltverein der anderen Art. Bis man zu sehr am Erfolg nippte und dem Fußballteufel seine Seele verkaufte. Dembele! Coutinho! Und wie sie alle hießen, die sich nach Barcelona streikten und dort floppten. Sie wollten sein wie die Galaktischen, die Katalanen, und verhielten sich dabei so irdisch. Stück um Stück hat sich der Verein verraten, verkauft, heruntergewirtschaftet und zu einem Konstrukt verwandelt, das am Ende Seite an Seite mit Erzfeind Perez um die Super League kämpfte, einer Liga, ohne Absteiger, einer Liga, mit Teilnahmegarantie; nicht für alle, natürlich, aber für sie als Barcelona. Diesem so großen Klub! Unverzichtbar. Nun, dann wollen wir ihnen mal zeigen, dass die Champions League natürlich ohne sie ins Frühjahr kann. Lasst ihnen zeigen, wie groß der FC Bayern ist! Wie groß Manuel Neuer ist! Wie groß Robert Lewandowski ist! Wie uneinnehmbar für sie München ist! Fünf Mal hat Barcelona bislang in München gespielt, fünf Mal fuhren sie ohne Sieg nach Hause. Mehr noch! In zwölf Partien hat uns Barcelona nur zwei Mal besiegt. Und das wird auch nach dem Mittwoch so sein.

Nagelsmann hat bereits angekündigt, dass er Rotieren wird. Vielleicht kommt Roca rein, vielleicht Musiala, aber ansonsten wird die erste Elf spielen. Und die Mission ist klar: Der Welt zeigen, wer mir san. Wir waren zwar schon besser in Form, aber wenn es darauf ankommt, konnten wir uns in dieser Saison zumeist steigern. Barcelona wird mit dem Mute der Verzweiflung angreifen, wir werden sie attackieren, mürbe machen und ihnen zeigen, wie die Rangordnung ist.

In diesem Sinne, auf geht’s, ihr Roten! Tut das, was ihr am Besten könnt! Macht euch unbeliebt bei denen, die euch, uns, ohnehin hassen. Denn wir sind die Bayern Ein Klub, der immer Größer war als jeder uns großer Spieler. Wir hatten unsere dunkle Zeiten, aber wir haben nie unseren Stolz verloren. Wir haben Fehler gemacht, aber wir sind immer der FC Bayern geblieben, mit Ecken und Kanten, mit Licht und Schatten. Man mag über uns gelacht haben, aber wir wurden nie belächelt. Und wenn doch, kam den anderen dieser Übermut teuer zu stehen.

Am Mittwoch ist Zahltag. Eigentlich haben wir keine Rechnung mit Barcelona offen. Das Trauma ist ganz aufseiten der Katalanen. Doch es werden wir sein, die dem FC Barcelona den Spiegel vorhalten und ihnen aufzeigen, was sie selbst aus sich gemacht haben: internationales Mittelmaß. Und nein, Herr Laporta, uns ist ziemlich wurscht, ob Xavi oder wer auch immer Trainer bei Barca ist. Denn wir sind besser – viel besser; und das werden wir der Welt und euch am Mittwoch zum neunten Mal beweisen.

Euer Remi

https://www.youtube.com/watch?v=-P5RAoETsq0


Ergebnis: 3:0
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/fc-bayern-de-munique-fc-barcelona/index/spielbericht/3651134
Archiv Spieltagsthreads |#216
31.07.2022 - 07:45 Uhr
18. Spieltag Bundesliga: FC Bayern München - Borussia Mönchengladbach

Verfasser: @Westi

Zitat von Westi
Da wären wir wieder. Neues Jahr, alte Probleme. Stichwort Corona. Jetzt nicht wirklich Lust, mich darüber auszulassen. Führt nur leider kein Weg dran vorbei, wenn man über dieses Spiel sprechen möchte, da sich aktuell von beiden Mannschaften zusammengerechnet 12 (!) Spieler wegen eines positiven Tests in Quarantäne befinden. Ein Vorbote auf das, was uns hierzulande in den kommenden Wochen allgemein blüht? Man wird sehen.

Welch Ironie, dass ausgerechnet der Ober-Impfsünder Kimmich wieder mit von der Partie sein wird. Bei ihm, aber auch bei Gnabry und Goretzka, die zuletzt nur individuell trainierten, steht jedoch noch in den Sternen, für wie viele Minuten sie Luft haben werden. Ohnehin wird der FCB nur mit Mühe und Not einen Kader zusammenflicken können und wird in der Breite auf Aushilfsleute von den Amateuren angewiesen sein. Denkbar oder sogar wahrscheinlich also, dass einige Talente hier ein paar Minuten abgreifen werden.
Nach einer grundsätzlich sehr erfolgreichen Hinrunde – trotz Pokalaus als großes Makel – steht der FCB somit vor kniffligen Tagen zu Beginn der Rückrunde. Und das hängt auch mit unserem Gegner zusammen, der Borussia aus Mönchengladbach.

Was diese betrifft, so hat sie im Vergleich zu uns eigentlich eine komplett konträre Halbserie hingelegt. Die direkten Aufeinandertreffen gelten hier als Glanzpunkte, während die Gladbacher ihren allgemeinen Saisonzielen – das Erreichen des internationalen Geschäfts ist hier zu nennen – nahezu hoffnungslos hinterherlaufen. Man steht sogar nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz und muss sich wohl erstmal darauf konzentrieren, einen sicheren Abstand zur Abstiegszone herzustellen. Dass mit Ginter und Zakaria zwei zentrale Größen der Mannschaft ihre im Sommer auslaufenden Verträge nicht verlängern und den Verein somit ablösefrei verlassen werden, trägt sicherlich auch nicht zu einer verbesserten Stimmung bei, während Trainer Adi Hütter gehörig um seinen Job bangen muss, sollte sich nicht schnellstmöglich eine Trendwende einstellen.

Aus Münchener Sicht passte es da irgendwie ins Bild, dass angesichts dieser Gladbacher Probleme das gegenseitige Aufeinandertreffen im Pokal so dermaßen nach hinten los ging, wie es nur nach hinten losgehen konnte. 0:5 ging man unter, was angesichts der Formkurven der Teams bis heute rational nicht erklärbar scheint. Zur Erinnerung die Ergebnisse des FCB in den beiden Partien jeweils vor und nach diesem denkwürdigen Pokalabend: 4:0-Sieg in Lissabon, 4:0-Sieg gegen Hoffenheim, 5:2-Sieg bei Union Berlin, 5:2-Sieg gegen Lissabon. Irgendwo war es das typische Gladbach-Spiel, nur halt in extremster Ausführung. Typisch, weil die Bayern sich gegen keinen Gegner in den letzten Jahren so häufig so schwer getan haben. Da passen die aktuellen Corona-Vorzeichen ja wie die Faust aufs Auge.

Um mögliche Deja-Vu’s zu erträglicher zu gestalten, spreche ich an dieser Stelle die Empfehlung des Gladbach-Bullshit-Bingo-Trinkspiels aus, basierend auf einer Liste, die sich aus Erfahrungen der Vorjahre zusammensetzt. Die Regeln sind ganz einfach: Man holt sich den härtesten Fusel, den man gerade im Regal stehen hat, stellt Schnapsgläser bereit und für jedes Eintreffen der folgenden Ereignisse gibt es einen Shot (mehrmaliges Eintreten möglich):

- Bayern gerät in Rückstand
- Bayern gerät in den ersten 10 Minuten in Rückstand (=zwei Shots)
- ein Gladbacher Spieler erzielt sein erstes Saisontor
- irgendein Gladbacher Spieler trifft doppelt, was ihm sonst gegen keinen Gegner in der Liga gelingt (Embolo oder Herrmann sind hier immer heiße Kandidaten)
- Sommer hält einen Unhaltbaren
- Bayern trifft Aluminium
- Bayern sieht die erste gelbe Karte des Spiels nach einem taktischen Foul
- ein Bayern-Spieler trifft aus 5m das Tor nicht
- ein Bayern-Spieler sorgt für eine Gladbacher Torvorlage
- Gladbach trifft per Sonntagsschuss
- nach einem Rückstand werden unsere Verantwortlichen auf der Tribüne gezeigt
- Bayern hat mindestens 10 Torschüsse mehr ohne zu gewinnen
- Lewandowski bleibt ohne Torerfolg
- Gladbach gewinnt
- Gladbach duselt sich zu einem Unentschieden


Ich garantiere, läuft das Spiel so wie das vergangene Pokalspiel, habt ihr es am folgenden Tag schon wieder vergessen.


Ergebnis: 1:2
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/fc-bayern-de-munique-borussia-monchengladbach/index/spielbericht/3588400
Archiv Spieltagsthreads |#217
31.07.2022 - 07:45 Uhr
Champions League Achtelfinale: RB Salzburg - FC Bayern München

Verfasser: @Remington_Steele

Zitat von Remington_Steele
You used to say, live and let live,
You know you did, you know you did, you know you did.
But in this everychanging world in which we living,
Makes you give in a cry:
Say live and let die.

https://www.youtube.com/watch?v=wYQZHNwIUq8

Mission 007 beginnt. Die Jagd nach Titel Nummer 7 in der Champions League.

Der erste Teil unserer Reise nach St. Petersburg ist bewältigt, ab jetzt warten die K.o.-Duelle. Den Auftakt mach im Achtelfinale der österreichische Dauermeister RB Salzburg. Mittlerweile einfach ein Satellitenverein von RB Leipzig, deren Spielweise recht einfach zu entschlüsseln ist. Sie spielen wie Leipzig, nur nicht auf dem Niveau. Nun, wir waren ja in der Vorsaison in einer Gruppe mit den Österreichern, damals hatten sie aber mit Jesse Marsch einen sehr limitierten Trainer, mit Matthias Jaissle haben sie jetzt einen deutlich stärkeren an der Seitenlinie. In der österreichischen Bundesliga wird Salzburg nicht gefordert, weil sich Traditionsvereine Rapid Wien, Austrian Wien und Sturm Graz zurückentwickelt haben. Gäbe es nicht nach der doppelten Hinrunde eine Punkteteilung, Salzburg hätte am Saisonende wohl 30 Punkte Vorsprung. Stellt euch die schottische Liga ohne Celtic oder die Rangers vor – Voila, das ist die österreichische Bundesliga. Die Salzburger wirken Wochenende für Wochenende wie Außerirdische. An Tagen, an denen Mozartstädter Bock haben und sich nicht für einen internationales Spiel schonen müssen, schicken sie ihre Gegner reihenweise mit 6,7 Gegentoren vom Feld. Egal ob zu Hause oder auswärts. In der Champions League haben sich die Salzburger in einer sehr ausgeglichenen Gruppe mit Sevilla, Lille und Wolfsburg als Tabellenzweiter durchgesetzt und dabei Sevilla in die Europa League geschickt.

Was bedeutet das für uns? Nichts. Wenn wir zwei konzentrierte Leistungen abliefern, liegt unsere Aufstiegswahrscheinlichkeit bei 100,0 Prozent. Die Frage ist nur, ob wir diese konzentrierten Leistungen zeigen. Unsere Leistungsschwankungen sind enorm. An guten Tagen symbolisieren wir die Speerspitze des Weltfußballs, an schlechten Tagen schenkt uns Bochum vier Tore ein oder Gladbach fünf. Ich bin offen gestanden nicht glücklich mit der Situation. Leisten wir uns international so einen Aussetzer, wird unsere Reise zu Ende gehen. Deshalb bin ich nur bedingt optimistisch, was unsere Chancen in der Königsklasse betreffen. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass wir es schaffen, in dem Wettbewerb sieben Spiele an unserem oberen Leistungslimit zu absolvieren. Neuer fehlt uns gegen Salzburg, das bedeutet, über 180 Minuten gesehen müssen wir ein, eher zwei Treffer einkalkulieren, die ein gestandener Torwart hält. Zudem fehlen Davies, Goretzka und Musiala. Viel mehr darf nicht mehr passieren bei unserem Minikader.
Salzburg wird am Mittwoch zu Beginn wie wild attackieren, darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir brauchen zentral Stabilität und auf den außen Tempo. Ich erwarte mir ein Spiel, in dem sich die Bullen in den ersten 20 Minuten die Lunge aus dem Leib rennen, danach werden wir die Kontrolle übernehmen – und dann sollten, im Normalfall – einige Tore möglich sein gegen Salzburg. Besonders aufpassen müssen wir natürlich auf Karim Adeyemi, der gegen uns sicherlich besonders motiviert sein wird. Wer weiß, vielleicht macht er ja nochmal eindrücklich Werbung für sich.

Ich hoffe jedoch, dass Nagelsmann nicht in einem Anflug von Sentimentalität Sabitzer bringt. Der kennt zwar als Ex-Salzburger und Ex-Leipziger das Spiel der Bullen, aber er bringt nicht die notwendigen Qualitäten wie Ballsicherheit und Ruhe mit, um gegen eine Mannschaft zu bestehen, die so konsequent attackiert. Viele Optionen haben wir nicht, ich denke, wir werden wohl mit derselben Elf wie gegen Bochum auflaufen, wenn überhaupt, könnte nur Tolisso eine Option für einen der Offensiven sein, wohl Gnabry. Letztendlich hängt alles von uns selbst ab. Bringen wir unsere PS aufs Spielfeld, kann uns Salzburg zwar zwischendurch ärgern, aber uns sicher nicht gefährlich werden. Leisten wir uns einen Auftritt wie am Samstag, werden wir ein blaues Wunder erleben. Wobei ich davon ausgehe, dass die Mannschaft weiß, was es in der Champions League braucht.

Nun, allgemein gesprochen: Wer sind die Favoriten auf den Titel? Real muss man immer am Zettel haben, allerdings hat die Mannschaft von Carlo Ancelotti im Achtelfinale PSG vor der Brust – und zeigt im Alltag ähnliche Symptome wie wir. An guten Tagen ist Real fast nicht beizukommen, an schlechten Tagen mangelt es an der Struktur und am Spiel gegen den Ball. Ich wage keinen Favoriten auszumachen in dem Duell. Wer sich in der Paarung durchsetzt wird sicher ein gewichtiges Wort um den Titel mitsprechen. City hat mit Sporting, Pardon, ein Freilos. Natürlich sind die Citizens zu den Top-Favoriten zu zählen, die Formkurve der Mannschaft zeigt aber traditionell in der Crunchtime eher nach unten. Liverpool trifft auf Inter und muss zunächst auswärts ran, wobei ich die Klopp-Elf nicht mehr auf dem Niveau von vor ein paar Jahren sehe. Titelverteidiger Chelsea bekommt es mit Lille zu tun, ich denke mal, die Blues werden sich mit zwei unspektakulären Leistungen durchsetzen. Dem FC Barcelona gebe ich keine Chancen auf den Titel. tongue Kleiner Scherz am Rande. tongue

Soll heißen: Eigentlich ist da, Stand jetzt, keine Mannschaft dabei, vor der wir uns zu verstecken bräuchten, unser größter Gegner dürften wir selbst sein. Das macht eine Einschätzung unserer Chancen so schwierig. Ich würde sagen, lasst uns mal ein gutes Auswärtsergebnis holen und dann besprechen wir unsere Chancen in den kommenden Wochen – und ich gehe darauf beim nächsten STT ein.
In diesem Sinne: Auf geht’s ihr Roten. Auf eine spannende K.o.-Phase, an deren Ende wir uns Gedanken machen mögen, ob eine Reise nach St. Petersburg möglich und sinnvoll ist.
Die Mission 007 kann beginnen.
Say live and let die.

Euer Pierce äh Remi


Ergebnis: 1:1
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/red-bull-salzburgo-fc-bayern-de-munique/index/spielbericht/3714214
Archiv Spieltagsthreads |#218
31.07.2022 - 07:46 Uhr
Champions League Achtelfinale: FC Bayern München - RB Salzburg

Verfasser: @Remington_Steele

Zitat von Remington_Steele
Meeting you with a view to a kill
Face to faces, secret places, feel the chill

https://www.youtube.com/watch?v=Fp4CR2HcHLQ

Mission 007 beginnt. Die Jagd nach Titel Nummer 7 in der Champions League.

Das Achtelfinal-Rückspiel gegen Salzburg stehtan. Eigentlich eine Pflichtaufgabe, gegen einen Gegner, der uns eigentlich niemals gefährlich werden darf. Aber in der aktuellen Phase sind wir selbst unser größter Gegner – und ich bin mir nicht sicher, was für eine Leistung wir gegen Salzburg bieten werden. Wenn wir wieder so hoch stehen wie gegen Leverkusen und das Pressing mal wieder auf die Spitze treiben, werden wir wieder anfällig sein. Und ich möchte wirklich nicht wissen, wie sich das Spiel entwickelt, wenn wir in Rückstand geraten.

Wir haben leider komplett die Balance verloren. Wir dominieren nicht mehr das Mittelfeld, wirken insbesondere in der Zentrale unorganisiert. Nagelsmann hatte acht Monat Zeit, eine Spielidee zu entwickeln, uns auf die K.o.-Phase vorzubereiten, das hat er nicht geschafft. Er versucht uns in ein 3-5-2 reinzupressen, das uns nicht liegt und das nicht entspricht, das, wenn überhaupt, nur mit Davies links funktioniert. Schon das 0:5-Pokalaus in Gladbach war ein Spiel, das einem in der Form eigentlich nicht „passiert“, wenn die Strukturen passen. Seither entwickelt es sich aber immer mehr in die Richtung, dass wir ohne mit viel zu vielen Offensivspielern viel zu aggressiv spielen und wir überhaupt keine Struktur reinbekommen. Uns fehlt der Ballbesitz, uns fehlen die Passstafetten, uns fehlen die Dreiecke. Nagelsmann hat das letzte bisschen Pep aus unserem Spiel herausdestilliert, hat das letzte bisschen Jupp‘schen Fußball aus unserem Spiel filtriert. Es ist, als wären beide nie dagewesen.

Mir gefallen unsere Aufstellungen nicht, mir gefallen unsere Wechsel nicht. Richards raus am Samstag war eine glatte Fehlentscheidung, Sabitzer zu bringen toppte diese Entscheidung sogar noch. Ich war nie so euphorisch wie manch anderer hier in Bezug auf Nagelsmann, weil ich mir nicht sicher war, ob sein Fußball zu uns – oder noch allgemeiner – einem Spitzenteam mit Titelanspruch passt. Und doch war ich sehr gespannt auf seinen Fußball, auf diese neue Ära. Doch eine Ära lässt sich eben nicht durch eine Vertragslaufzeit herbeizimmern, die entsteht und wächst. Inzwischen muss ich sagen, dass ich vom Nagelsmann-Fußball fast schon genug gesehen habe. Wenn er sich nicht anpasst und als Trainer beginnt zu wachsen, könnte die Situation recht schnell kippen.

Ein Weiterkommen gegen Salzburg ist absolute Pflicht. Die Mozartstädter sind auch nicht sonderlich schwer zu decodieren, für einen Trainer, der bei uns arbeitet, muss das eine Standarfaufgabe sein, das Team richtig auf das Spiel einzustellen. Auffällig ist, wie viele unserer Spieler komplett außer Form sind. Bei Müller ist der Faden komplett gerissen, Gnabry spielt schwach, Sane spielt plötzlich nicht mehr. Gegen Leverkusen war es geradezu eklatant, wie wenig Zugriff wie in der Defensive hatten, wir waren offen wie ein Scheunentor, normalerweise muss Leverkusen drei, vier Tore machen. Im Frühjahr haben wir noch keine überzeugende Leistung gezeigt, die Formkurve zeigt bedenklich nach unten. Auch Lewy hat an Impact verloren.
Wir müssen wieder konsequent 4-2-3-1 spielen. Richards hat es gegen Leverkusen gut gemacht, den können wir bedenkenlos bringen, offensiv wäre Sane, Musiala und Coman gewünscht, aber ich denke mal, Nagelsmann wird es wieder mit Gnabry und Müller angehen. Ich traue ihm sogar zu, dass er seinen Liebling Sabitzer bringt.

Nein, ich muss ehrlich sagen, ich bin aktuell nicht sehr optimistisch gestimmt. Wenn wir halbwegs unser Potenzial abrufen, werden wir natürlich gegen Salzburg weiterkommen, aber wenn wir nicht ganz schnell die Kurve kriegen, ist danach Schluss. Nagelsmann erinnert mich zuletzt so ein bisschen an Kovac: extrem stur und taktisch eindimensional. Mir ist schon klar, dass Julian taktisch viel drauf hat, aber irgendwie landet er immer beim 3-5-2, wenn es brenzlig wird, er schafft es nicht, uns defensiv eine Stabilität zu geben, es hängt wie Kovac viel von der Tagesverfassung und vom Spielverlauf her ab. Wir sind jedenfalls nicht stabil. Salzburg hat am Wochenende gegen den Tabellenletzten ein lockeres 4:0 erzielt, die haben eine halbe Stunde Halbgas gegeben, danach war es ein lockeres Auslaufen.

Vielleicht, und ich male jetzt mal den Teufel an die Wand, wäre ein Aus gegen Salzburg sogar hilfreich um zu erkennen, dass gerade massiv was schiefläuft. Gleichzeitig wäre es auch schade, denn dadurch käme Nagelsmann unter Druck – und obwohl ich ihn hier sehr kritisiere, glaube ich nach wie vor daran, dass er uns viel geben kann, wenn er die richtigen Schlüsse zieht. Mir wirkt er so, als wäre er noch gar nicht bei uns angekommen.

Nun denn, die Mission 007 geht weiter.

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Euer Remi


Ergebnis: 7:1
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/fc-bayern-de-munique-red-bull-salzburgo/index/spielbericht/3714222
Archiv Spieltagsthreads |#219
31.07.2022 - 07:46 Uhr
Champions League Viertelfinale: FC Villareal - FC Bayern München

Verfasser: @Remington_Steele

Zitat von Remington_Steele
We all live in a Yellow Submarine, Yellow Submarine, Yellow Subamarine.

Jetzt spinnt er komplett, der Remi – nein, eigentlich nicht mehr als sonst. Unser Viertelfinalgegner FC Villarreal wird Submarino amarillo genannt, also gelbes Unterseebot, und von da ist es eben nur noch ein Katzensprung zu Yellow Submarine der Beatles, das übrigens als Melodie für „Deutscher Meister wird nur der FCB, nur der FCB, nur der FCB“, aber auch „Zieht den Bayern die Lederhosen aus, Lederhosen aus, Lederhosen aus“ herhalten muss. „Yellow Submarine“ war in den 1960er-Jahren ein Pseudonym für eine Droge in gelber Pillenform, wobei Paul McCartney, der die Idee zum Lied hatte, übrigens in der Schlummerphase kurz vor dem Einschlafen, immer dementierte, dass der Songtitel ein Drogen-Chiffre war.
Nun, wie auch immer unser Titel-Mission 007 geht weiter und gemäß der Tradition der Vorgänger-STTs hätte ich ja eigentlich den Bond-Titel aus „Der Spion, der mich liebte“ kurz anreißen müssen zu Beginn, aber bei diesem Film ist der Film-Titel nicht zugleich auch der Song-Titel. „Nobody does it better“, heißt da der Song, wobei natürlich auch der Titel durchaus passend wäre. Wir hoffen mal, dass es in unserem Viertelfinal-Duell niemand besser macht als wir, also zumindest mal nicht Villarreal.

Nun, sind wir uns ehrlich, Villarreal war sicherlich das dankbarste aller möglichen Viertelfinal-Lose. Das bedeutet nicht, dass wir gegen die Spanier im Vorbeigehen weiterkommen; aber das bedeutet: Wenn wir gegen die Gelben Unterseeboote nicht weiterkommen, dann hätten wir wohl maximal gegen Lissabon eine Chance gehabt. Genauso klar festhalten möchte ich aber auch, dass Villarreal sicherlich kein einfacher Gegner ist. Die Spanier haben in der Vorsaison die Europa League gewonnen, mit Unai Emery, dem Mister Europa League, an der Seitenlinie. Und wo Emery draufsteht, ist auch Emery drin. Villarreal ist mit Emery ein ganz unbequemer Gegner, denn der spanische Erfolgscoach versteht es womöglich wie kein Zweiter, seine Mannschaften auf einen Gegner einzustellen, er gilt als einer besten In-Game-Coaches der Welt; vielleicht ist er in dieser Disziplin sogar der Beste. Er hat die Gabe, während eines Spiels messerscharf den Verlauf einer Partie zu analysieren und mit Umstellungen, sei es im System oder personell, die Struktur des Spiels seiner Mannschaft komplett zu verändern. Grundsätzlich gilt: Villarreal hat eine Betonabwehr. Im Spanien kassierten sie bislang in 30 Spielen erst 29 Tore, das ist der drittbeste Ligawert. Ja, Villarreal ist in der Defensive mit Innenverteidiger Pau Torres (Marktwert: 50 Millionen) und den starken Außenverteidigern Alfonso Pedraza und Juan Foyth richtig gut besetzt, aber der Verbund, die Ausrichtung macht das Kollektiv sicher noch stärker als die Einzelteile, also die einzelnen Spieler sind. Im Achtelfinale haben die Spanier Juventus ausgeschaltet. Das war ein riesengroßer Achtungserfolg, zeitgleich muss man aber auch feststellen, dass die Alte Dame aus Turin wirklich sehr alt ausgeschaut hat in diesem Duell und ja auch riesige Probleme in der Serie A hat. Wir müssen sicher nicht vor Villarreal zittern, obwohl die Mannschaft schon eine sehr starke Struktur hat. Im Mittelfeld zieht Giovani Lo Celso die Fäden, in der Offensive haben sie mit Arnaut Danjuma, Gerard Moreno, Paco Alcácer, Yéremy Pino und Samuel Chukwueze schon sehr viel Qualität. Zu Hause spielten die Spanier 1:1 gegen Turin, auswärts zerlegten sie Juve mit 0:3, wobei die Turiner optisch deutlich mehr vom Spiel hatten, aber eben kein Durchkommen fanden. Meine Gegnerbewertung: Taktisch eine harte Nuss, zumal die Spanier auch sehr leidenschaftlich spielen. Aber wenn wir zwei Mal an unsere Leistungsgrenze kommen, werden wir weiterkommen. Das große fußballerische Ausrufezeichen, zwei Schmankerl, ist gegen Submarino amarillo nicht zu erwarten; das wird eher wie Steineklopfen. Aber grundsätzlich sollten wir schon mehr Qualität haben. Mit der Einschränkung, dass wir uns natürlich die defensiven Böcke, die wir gerade national immer wieder mal einstreuen, gegen die Emery-Elf nicht erlauben dürfen.

Wir gehen nach dem zurückliegenden Wochenende als designierter Meister in das Viertelfinale der Champions League, das sollte der Mannschaft dabei helfen, einen klaren Fokus auf Villarreal zu setzen. Mit den neun Punkten Vorsprung in der Liga kann man national mit den Kräften haushalten, auch das spricht für uns. Die Frage ist, wie es um die Form von Robert Lewandowski besteht. Mein Eindruck ist, dass sich zuletzt die Spiele – unter Anführungszeichen – etwas „gehäuft“ haben, in denen er verhältnismäßig wenig Impact hatte.

Was uns am Mittwoch in Spanien erwartet? Nun, ich denke, Villarreal wird sehr kompakt stehen und uns wenig Räume geben. Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen, sondern müssen geduldig und klug nach vorne spielen. Auch ein Unentschieden wäre durchaus ein respektables Ergebnis, den bei aller Huldigung für den FC Villarreal: Wir sind nicht Juve, im Normalfall gewinnen wir zu Hause das Rückspiel. Aber: Mit einer Hinspiel-Niederlage würde ich eher ungern diese These auf die Probe stellen.
In der Saison 2011/12 sind wir in der Gruppenhase auf Villarreal gestoßen, da haben wir auswärts dank der Tore von Toni Kroos und Rafinha gewonnen, spätestens an den Torschützen merkt man, wie lange die Partie her ist. In der Allianz Arena feierten wir einen 3:1-Sieg bei einem Doppelpack von König Franck und einem Treffer von Mario Gomez.

Das war es von mir für heute von der Partie. Ich bin derzeit auf Urlaub und hoffe, es ist in Ordnung, dass ich die Vorschau recht locker und flockig verfasst habe.
In diesem Sinne: Auf dass wir gegen Submarino amarillo nicht untergehen und das Duell gegen die Yellow Submarines ein Hit für uns wird. Übrigens: Der Illustrator des gleichnamigen Beatles-Films war mit Heinz Edelmann ein Deutsch-Tscheche, der in Deutschland lebte und der mit seinem Illustrations-Stil eine völlig neue Kunstrichtung schaffte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Unsere Titel-Mission 007 geht weiter. Auf dass es Nobody besser macht als wir.
Euer Remi.


Ergebnis: 1:0
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/fc-villarreal-fc-bayern-de-munique/index/spielbericht/3773446
Archiv Spieltagsthreads |#220
31.07.2022 - 07:46 Uhr
Champions League Viertelfinal: FC Bayern München - FC Villareal

Verfasser: @Remington_Steele

Zitat von Remington_Steele
Unser Rückspiel gegen Villarreal: Man lebt nur zweimal

You only live twice or so it seems
One life for yourself and one for your dreams
https://www.youtube.com/watch?v=hs8uYxTJ530

Sang einst Nancy Sinatra im Titelsong „Man lebt nur zweimal“, ein Bond-Film aus dem Jahr 1967, der als sehr kontroverser Beitrag zur Bond-Serie in die Geschichte eingegangen ist. Während den Dreharbeiten verkündete Sean Connery, dass er der Rolle überdrüssig sei; nicht zuletzt, weil die technischen Spielereien immer absurder und völlig weltfremd wurden und er sich schauspielerisch unterfordert fühlte. Retrospektiv gilt der Streifen, bei dem Bonds tot vorgegaukelt wird, allerdings als einer der besten Bond-Filme. Und noch was, woraus Brazzo gerne seine Lehren ziehen darf: Connery hatte eigentlich noch lange Vertrag, doch um ihn milde zu stimmen, wurde sein Vertrag vor Beginn der Dreharbeiten zu „Man lebt nur zweimal“ aufgelöst; man hoffte, ihn so nach dem Dreharbeiten zu einer Vertragsverlängerung bewegen zu können. Viel dümmer geht’s eigentlich nicht mehr.

Unsere Titel-Mission 007 geht also weiter. Und wir können nur hoffen, dass „Man lebt nur zweimal“ nach dem 0:1 in Villarreal unser Motto für das Rückspiel ist. Es braucht am Dienstag eine völlig andere Leistung als bei den gelben Unterseeboten, ansonsten werden wir untergehen.

Ich bin ja eigentlich geneigt zu sagen, dass wir das 0:1 im Normalfall relativ locker noch drehen. Nur können wir wirklich mit einer Selbstverständlichkeit vom Normalfall ausgehen? Ich bin mir da nicht so sicher. Denn unsere Leistung im Hinspiel war kein Zufall. Defensiv haben wir nie Zugriff bekommen, in der Offensive waren wir ungefährlich. Wir haben zu keinem Zeitpunkt kollektiv Druck ausgeübt, wir hatten keine Antwort auf die Emery-Taktik. Ich glaube fast, wir haben die völlig unterschätzt. Wenn wir nicht völlig anders auftreten, wir das Rückspiel derselbe Murks. Und auch, wenn die Auswärtstorregel abgeschafft wurde: Wenn wir uns ein Tor fangen, womöglich sogar noch das 0:1, dann wird es richtig schwer. Denn dann wird Villarreal noch kompakter verteidigen. Villarreal wird leidenschaftlich gegen den Ball arbeiten, die werden alles reinhauen, was sie haben. Und was werden wir dem entgegensetzen?

Wir haben im Hinspiel ungewöhnlich viele Flanken geschlagen, fast keine einzige war auch nur im Ansatz gefährlich. Wir sind nie in die Zwischenräume gekommen, weil uns das Tempo, aber auch der Plan gefehlt hat. Nun, wir erinnern uns noch alle an das 1:3 in Porto, das Rückspiel mit dem letzten Aufgebot wurde zu einem Jahrhundert-Spiel, die erste Halbzeit war mit das Beste, was ich je vom FC Bayern live in der Arena gesehen habe. Aber das Duell von damals hat nichts mit dem gegen Villarreal zu tun. Es heißt, ein gutes Pferd springt immer nur so hoch wie es muss. Am Dienstag bekommen wir die Antwort, ob das wirklich eine stimmige Erklärung ist. Meine Beobachtungen sagen mir, dass unsere Probleme viel tiefer liegen als eine teils fehlende Spannung. Natürlich ist unser Kader nicht ausgewogen genug, um wirklich rotieren zu können, aber in der Viererkette und in der Offensive, wo wir ja durchaus sehr gute Optionen haben, bekommen wir ja auch keine Stabilität rein. Für Julian Nagelsmann wird das Spiel richtungsweisend. Er muss jetzt beweisen, dass er die Qualität mitbringt, uns in großen Spielen zu coachen. Wobei das Rückspiel gegen Villarreal ja eigentlich gar kein großes Spiel ist, wir haben es nur mit unserem Hinspiel-Auftritt zu einem großen Spiel gemacht.

Es kommt immer wieder mal vor, dass einzelne Spieler außer Form sind. Wenn fast kein einziger Spieler seine Normalform abruft und kein einziger in Top-Form ist, dann ist das kein gutes Zeugnis für den Trainer. Lewandowski, Gnabry, Müller, Sané, Kimmich spielen aktuell deutlich unter ihrem Niveau – Upamecanos Schwankungen sind riesig. Pavard spielt solide, einzig Coman und Hernandez würde ich aktuell eine gute, wenn auch nicht sehr gute Form attestieren. Die grundlegende Frage ist natürlich, wie wir es generell angehen. Mit der unsäglichen Dreierkette und allen Offensivspielern am Platz? Mit Musiala neben Kimmich? Ich traue Nagelsmann leider zu, dass er allen beweisen will, dass sein System funktioniert und er abermals seine Vorstellungen durchdrücken will. Dabei wäre es so einfach. Man müsste eigentlich jedem Trainer, der bei uns einen Vertrag unterschreibt, einen Satz für seine Amtszeit mitgeben: Wenn du nicht weißt, wie du spielen sollst, dann denk darüber nach, wie Jupp aufgestellt hätte. Und wie würde Jupp am Dienstag aufstellen? Sicher eine Viererkette, sicher Goretzka neben Kimmich, Coman links, Müller zentral und rechts wohl sogar eher Sané als Gnabry, weil Gnabry der bessere Einwechselspieler ist.

Dieser pragmatische Ansatz vermisse ich leider bei Nagelsmann. Es ist nicht die Zeit für taktische Selbsterfüllungen. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Nagelsmann selbst sagt: „Ich habe viel zu tun bis Dienstag, dessen bin ich mir bewusst.“ Und weiter: „Es gibt einfache Dinge, wie jeden Spieler auf seine maximal komfortable Position zu setzen. Das Thema 'Starkreden' ist mir zu plump. Denn die Spieler wissen ja alle, dass sie überragend gut sind, deshalb spielen sie bei Bayern München.“ Süle fällt jedenfalls mit einem grippalen Infekt aus.

Wenn wir am Dienstag ins Rollen kommen und wir früh in Führung gehen, könnte das Spiel auch sehr rasch entschieden sein. Ein Halbfinaleinzug wäre sehr wichtig. Um Ruhe in den Verein zu bekommen, um unser Budget für unsere Kaderplanungen zu erhöhen und um den Schwung des Titels im Jahr 2020 nicht verpuffen zu lassen. Klar ist für mich: Scheiden wir aus, wird es ungemütlich fürs Nagelsmann, selbst bei Weiterkommen wird es darauf ankommen, wie wir spielen. Denn Villarreal ist und bleibt Tabellen-Siebter in Spanien, in La Liga seit drei Runden sieglos. Die Frage ist, was uns perspektivisch weiterbringt: Eine beinharte Analyse, bei der auch öffentlich ordentlich Druck im Kessel ist oder ein Weiterkommen und damit ein Halbfinaleinzug, der über die Saison gesehen sicherlich etwas schmeichelhaft ist?

Zum Schluss möchte ich noch auf den Schiedsrichter eingehen: Slavko Vinčić. Der Slowene wurde im Jahr 2020 in der bosnischen Stadt Bijeljina im Rahmen einer Sexparty zusammen mit 34 weiteren Personen festgenommen. Organisatorin der illegalen Party soll Medienberichten zufolge Instagram-Model Tijana Maksimovic – besser bekannt als "Tijana iPhone" - gewesen sein. Den Berichten aus Bosnien-Herzegowina nach, sollen Vinčić und die anderen, festgenommen Männer sexuelle Dienste von "Tijana iPhone" und ihren Freundinnen in Anspruch genommen haben bzw. wollten diese in Anspruch nehmen. Zudem wurde bei der Durchsuchung durch die Polizei eine große Menge Drogen beschlagnahmt. Obwohl Vinčić nicht Teil des angeblichen Prostitutionsrings sein soll, wurde ihm offenbar illegaler Drogen- und Waffen-Besitz vorgeworfen. Während die 26 Männer um Vinčić direkt während der Party festgenommen worden sein sollen, schnappten die Behörden die angebliche Drahtzieherin "Tijana iPhone" erst beim Versuch, die Grenze zu Kroatien in einem Boot zu überqueren. Mit an Bord sollen noch drei weitere Frauen gewesen sein. Letztlich wurde Vinčić als Zeuge behandelt. Bei einem Interview erklärte Vinčić die Sachlage wie folgt: „Nach einem Treffen mit einigen Geschäftspartnern gab es eine Einladung zu einer Party auf einer Ranch, der wir gefolgt sind. Nach der Polizeirazzia wurden wir zu einem Aufklärungsgespräch eingeladen, bei dem ich erklärte, dass ich diese Leute überhaupt nicht kenne.“ Der Vorsitzende des slowenischen Schiedsrichterverbandes, Vlado Sajn, sagte: „Es ist ein Zufall, dass Vinčić dort war. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber die Sache könnte seiner Karriere als Schiedsrichter schaden."

Hat es nicht. Der Mann lebt als Schiedsrichter, passend zum STT-Thema, wohl auch nur zweimal; und hatte wohl überzeugende Argumente. Inwieweit das auch für seine ziemlich „beeindruckende“ Statistik in der Champions League gilt, werden wir am Dienstagabend erfahren: Der Mann hat 19 Spiele in der Königsklasse gepfiffen, nur zweimal hat die Heimmannschaft gewonnen. Seine Bilanz nach Spielzeiten:

2021/22: 7 Spiele, 1 Heimsieg
2020/21: 4 Spiele, 0 Heimsiege
2019/20: 3 Spiele, 0 Heimsiege
2018/19: 2 Spiele, 0 Heimsiege
2017/18: 2 Spiele, 1 Heimsiege
2016/17: 1 Spiel, 0 Heimsiege

Sei wie es sei, wir müssen am Dienstag ein ganz anderes Gesicht zeigen, damit wir danach voller Inbrunst sagen können:

You only live twice or so it seems
One life for yourself and one for your dreams

Unser Traum ist der Titel. Und so lange er möglich ist, geht unsere Titel-Mission 007 weiter.

Euer Remi


Ergebnis: 1:1
Spielbericht: https://www.transfermarkt.de/fc-bayern-de-munique-fc-villarreal/index/spielbericht/3773450
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