Ukraine-Krieg: Russland verliert bei Bachmut täglich bis zu 100 Soldaten - FOCUS online
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Ukraine-Krieg - Stimmen und Entwicklungen: Nach Explosionen auf Militärflugplätzen heben 14 Tu-95-Bomber ab
NewstickerEngels-2 Aircraft Military Base
Getty Images

Laut des britischen Geheimdienstes wollen die russischen Streitkräfte Bachmut einkesseln. Selenskyj begrüßt die deutsche Völkermord-Einstufung. Putin macht Scholz einen schweren Vorwurf. Alle aktuellen Entwicklungen zum Ukraine-Krieg finden Sie im Ticker.

Explosionen auf Militärflugplätzen in Russland: Tote und Verletzte

11.34 Uhr: Bei Explosionen auf zwei Militärflugplätzen im europäischen Teil Russlands sind mindestens drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. "Eine nicht identifizierte Drohne hat einen Flugplatz im Gebiet Saratow angegriffen", teilte das Internetportal Baza am Montag mit. Zwei Menschen mussten demnach ins Krankenhaus eingeliefert werden. Etwa zur gleichen Zeit detonierte lokalen Medienberichten zufolge im Gebiet Rjasan südlich von Moskau ein Benzinlaster auf dem Rollfeld, wobei drei Menschen getötet und fünf verletzt wurden.

Über die Ursache der Explosion in Rjasan gab es zunächst keine Angaben. Dort soll ein Flugzeug beschädigt worden sein. Auf dem Flughafen "Engels-2" bei Saratow wurden dem Bericht zufolge ebenfalls zwei Maschinen in Mitleidenschaft gezogen.

Bei den Flugzeugen in Saratow soll es sich um strategische Bomber vom Typ Tu-95 handeln. Wie das ukrainische Militär berichtet, hoben in der Folge 14 weitere Tu-95-Bomber vom Flugplatz ab. Ob die Russen damit eine Gegenattacke fahren oder die Flieger in Sicherheit bringen wollen, war zunächst nicht klar.

 

Die Bomber werden für die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine genutzt. In den vergangenen Wochen wurde bei derartigen Angriffen die ukrainische Energieinfrastruktur massiv beschädigt.

In der Vergangenheit hatte Kiew Angriffe auf mehrere Luftwaffenstützpunkte auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim zugegeben. Wer hinter den jüngsten Explosionen steckt, war aber zunächst unklar.

Selenskyj: Verteidigung der Heimat ist größtmögliche Motivation

05.08 Uhr: Mit Blick auf den bereits hereingebrochenen Winter hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenkyj an das Durchhaltevermögen und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung appelliert. "Der Feind hofft sehr, den Winter gegen uns zu verwenden: die Winterkälte und Not zu einem Teil seines Schreckens zu machen", sagte er am Sonntagabend in seiner täglichen Videoansprache. "Wir müssen alles tun, um diesen Winter zu überleben, egal wie hart er ist." Diesen Winter zu ertragen bedeute, alles zu ertragen.

Russland habe zwar einen Vorteil durch Raketen und Artillerie. "Aber wir haben etwas, was der Besatzer nicht hat und nicht haben wird. Wir schützen unser Zuhause, und das gibt uns die größtmögliche Motivation", betonte Selenskyj. Das ukrainische Volk kämpfe für die Freiheit und verteidige die Wahrheit. "Um den Winter zu überstehen, müssen wir widerstandsfähiger und vereinter denn je sein", appellierte Selenskyj.

Ukrainische Justiz: Drastische Zunahme sexueller Gewalt durch Russen

01.10 Uhr: Der ukrainische Generalstaatsanwalt Andrij Kostin hat eine "drastische Zunahme" sexueller Gewalt durch russische Soldaten angeprangert. Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine seien alle Geschlechter und Altersklassen betroffen, Kinder ebenso wie Alte, sagte Kostin der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung "Ouest-France". Russische Soldaten setzten sexuelle Gewalt gezielt ein - als "Kriegsmethode, um Ukrainerinnen und Ukrainer zu demütigen", behauptete er.

Kostin sagte den Zeitungen, vor vier Monaten seien erst 40 Fälle von sexueller Gewalt registriert worden, aber mittlerweile seien es mehr als 110 Fälle. "Tendenz stark steigend." Zudem gebe es eine hohe Dunkelziffer. "In vielen Fällen werden Menschen durch russische Soldaten vergewaltigt, gefoltert und danach getötet. Oft finden Vergewaltigungen vor den Augen von Angehörigen und Kindern statt", sagte Kostin. Betroffen seien vor allem besetzte Gebiete. Oft hätten russische Kommandeure Vergewaltigungen angeordnet oder zumindest unterstützt, so Kostin. Die Angaben des Generalstaatsanwalts ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der Deutschland-Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Wenzel Michalski, sprach ebenfalls von einer Systematik der Gewalt. "Gräueltaten an Zivilisten gehören zur Kriegstaktik der russischen Soldaten in der Ukraine", sagte Michalski den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Gewalt der Soldaten einschließlich der Vergewaltigungen wird von der Spitze der russischen Politik und des Militärs nicht geahndet. Im Gegenteil: Kräfte, die besonders brutal vorgehen, werden noch ausgezeichnet", sagte er. Die Gewalt werde von der Führung mindestens billigend in Kauf genommen.

Kostin zufolge wurden in der Ukraine seit Kriegsbeginn vor gut neun Monaten fast 8.500 Zivilisten getötet, darunter 440 Kinder. Mehr als 11.000 Zivilisten seien verletzt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft habe bislang 50.197 Fälle von Kriegsverbrechen aufgenommen, sagte er den Zeitungen.

Kriegswinter: UNHCR rechnet mit mehr Vertriebenen in der Ukraine

Montag, 05. Dezember, 00:15 Uhr: Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) rechnet wegen des anhaltenden russischen Angriffskriegs eher mit einer Zunahme der Vertreibung innerhalb der Ukraine als mit einer großen Fluchtbewegung in Richtung der EU-Staaten. "Das wahrscheinlichste Szenario ist eine weitere Vertreibung innerhalb der Ukraine", sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem "Spiegel". "Ich hoffe, dass es keine weitere große Flüchtlingsbewegung geben wird." Gleichzeitig schränkte er ein: "Aber Krieg ist unberechenbar."

Ihn beunruhige, dass diejenigen, die jetzt noch ins Ausland fliehen könnten, höchstwahrscheinlich mehr Unterstützung bräuchten. "Diejenigen, die bisher in der Ukraine geblieben sind, hatten entweder weniger Kontakte in Europa oder waren weniger mobil", sagte Grandi dem "Spiegel" weiter. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Staaten der EU bei Bedarf auch zusätzliche Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen könnten. "Europa kann der Herausforderung noch eine Weile standhalten", sagte er. Mit Blick auf den Winter sagte Grandi: "Anders als im Frühjahr werden diesmal mehr öffentlich betriebene Unterkünfte nötig sein, und dafür werden Mittel benötigt." Daher sollten Länder wie Polen und Tschechien, die eine besonders große Last zu tragen hätten, finanziell unterstützt werden, forderte er.

Angesichts des Winterwetters und anhaltender russischer Angriffe auf die zivile Infrastruktur des Landes - insbesondere auf Einrichtungen der Strom- und Wärmeversorgung - gab es zuletzt immer wieder Befürchtungen, dass nun viele weitere Ukrainer in die EU fliehen könnten. Dahingehend äußerte sich am Sonntag zum Beispiel auch der deutsche Botschafter in London, Miguel Berger. "Wir sind darüber sehr besorgt, denn diese Angriffe auf die Energieinfrastruktur bedeuten, dass viele Menschen in den eiskalten Temperaturen dazu gezwungen sein könnten, die Ukraine zu verlassen." Der Diplomat sagte dem britischen TV-Sender Sky News weiter: "Wir erwarten einen weiteren Schwung an Flüchtlingen in den kommenden Wochen." 

Russlands Einmarsch in die Ukraine Ende Februar hat dem UNHCR zufolge zur größten Vertreibung von Menschen seit Jahrzehnten geführt. Erst Anfang November hatte Grandi in New York gesagt, rund 14 Millionen Menschen seien seit Kriegsbeginn aus ihren Häusern vertrieben worden. Knapp acht Millionen haben dem UNHCR zufolge im Ausland Schutz gesucht, davon eine Million in Deutschland.

UNHCR-Chef Grandi lobte ausdrücklich "die derzeitige europäische Politik der nachhaltigen Gastfreundschaft" gegenüber den ukrainischen Flüchtlingen. Sie hätten direkt Zugang zu den Sozialsystemen und dürften arbeiten. "Jahrelang wurden solche Ansätze für schlecht oder für nicht umsetzbar gehalten. Aber in Wirklichkeit haben sie den Druck auf Regierungen und Gesellschaften verringert, weil sie einen gewissen Selbstregulierungsmechanismus geschaffen haben", so Grandi.

Ukraine: Russland verliert bei Schlacht um Bachmut täglich bis zu 100 Soldaten

22.04 Uhr: In der Schlacht um Bachmut verliert Russland täglich zwischen 50 und 100 Soldaten. Das sagte der Sprecher des ukrainischen Militärkommandos Ost, Serhiy Cherevaty, am Sonntag. Genauso viele würden taglich verletzt werden, so Cherevaty weiter. Die russischen Invasionstruppen in der Ukraine haben sich nach Ansicht britischer Militärexperten in einen unverhältnismäßig aufwendigen Kampf um die Stadt Bachmut verbissen. Der Vorteil durch eine Eroberung der Stadt in der Region Donezk mit etwa 70 000 Einwohnerin stehe nicht im Verhältnis zu dem Preis, den Moskau dafür zahle, hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des Verteidigungsministeriums in London am Samstag.

US-Geheimdienste: Putin "überrascht" von enttäuschender Leistung seiner Truppen

19.26 Uhr: US-Geheimdiensten zufolge war der russische Präsident Wladimir Putin von der enttäuschenden Leistung seines Militärs in der Ukraine "überrascht". Das sagte US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines am Samstag auf einem Militär-Forum in Simi Valley (Kalifornien). Unklar sei, inwiefern Russlands Präsident Wladimir Putin die Schwierigkeiten bewusst seien. "Ich denke, er wird zunehmend über die Herausforderungen informiert, denen das Militär in Russland gegenübersteht. Aber wir sind uns immer noch nicht sicher, dass er voll und ganz im Bilde darüber ist, wie groß sie sind", so Haines. Putin habe sein politisches Ziel, die Ukraine zu kontrollieren, nicht geändert, sei aber vom ausbleibenden Erfolg der Offensive überrascht worden. Die US-Geheimdienstexperten hielten es für möglich, dass Putin seine militärischen Ambitionen zumindest temporär zurückfahren könne, "mit der Idee, dass er später wieder darauf zurückkommt".

US-Geheimdienste: Ukraine besser für Frühjahrsoffensive gerüstet als Russland

15.15 Uhr: Die US-Geheimdienste rechnen im Verlauf des Winters mit einer weiteren Verlangsamung des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt. Bereits jetzt sei ein reduziertes Tempo der Kämpfe zu beobachten und beide Konfliktparteien versuchten, sich für weitere Kämpfe im Frühjahr neu aufzustellen, sagte US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines am Samstag auf einem Militär-Forum in Simi Valley (Kalifornien). Jedoch herrsche in Geheimdienstkreisen ein "gewisses Maß an Skepsis" darüber, ob die russischen Streitkräfte für neue Kämpfe im März überhaupt gerüstet seien. Diesbezüglich sei der Blick auf die Ukrainer optimistischer, so Haines.

Derzeit verbrauche Russland mehr Munition, als es nachproduzieren könne. Das "wirklich außergewöhnliche" Tempo, mit dem die russischen Streitkräfte ihre Munition aufbrauchten, veranlasse Moskau dazu, Länder wie etwa Nordkorea um Hilfe zu bitten, sagte Haines in einem Gespräch mit der NBC-Journalistin Andrea Mitchell auf dem Reagan National Defense Forum. Neben der Nachschub-Beschaffung sah Haines auch Herausforderungen auf logistischer oder moralischer Ebene für Russland in der seit mehr als neun Monate dauernden Offensive.

US-Geheimdienst: Russland verbraucht mehr Munition, als es ersetzen kann

12.20 Uhr: Nach Einschätzungen des US-Geheimdienstes verbraucht Russland derzeit mehr Munition, als sie ersetzen kann. Das offenbart die Direktorin des nationalen Nachrichtendienstes, Avril Haines, gegenüber dem "NBC News". Genaue Zahlen, wie schnell Russland die Munition verbrauche, konnte sie nicht nennen, sagt jedoch, dass es "außergewöhnlich schnell" sei. Dies sorge für eine Herausforderung zwischen dem Verhältnis des Produktion und des Verbrauchs.

Anfang November erklärte das Pentagon, dass Russland täglich 20.000 Artilleriegeschosse abgefeuert habe, obgleich die russische Armee an der Front einige herbe Rückschläge verzeichnete.

Nasa offenbart: Russland hat ukrainischen Weizen in Milliardenwert gestohlen

10.33 Uhr: Russland hat nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa in diesem Jahr wohl Weizen im Wert von rund einer Milliarde Dollar (rund 950 Millionen Euro) von ukrainischen Feldern geerntet. Rund 5,8 Millionen Tonnen Weizen seien von Feldern in der Ukraine geerntet worden, die nicht unter der Kontrolle des Landes lägen, teilte Nasa Harvest mit, das Ernährungssicherheits- und Landwirtschaftsprogramm der US-Raumfahrtbehörde. Für die Erhebung nutzt Nasa Harvest gemeinsam mit mehreren Partnerinstitutionen Satellitendaten und Modellierungen.

Insgesamt seien auf ukrainischem Gebiet in diesem Jahr rund 26,6 Millionen Tonnen geerntet worden und damit deutlich mehr als zuvor vorhergesagt, schätzen die an dem Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftler. Das sei zwar weniger als die Rekordernte von 33 Millionen Tonnen im Vorjahr, aber nahe am Durchschnitt. Zu 22 Prozent des Weizens im östlichen Teil des Landes habe die Ukraine aber wegen des Krieges keinen Zugang gehabt. Insgesamt seien rund 88 Prozent der Saat geerntet worden, bei vielen Feldern an den Frontlinien sei das scheinbar nicht der Fall gewesen.

London: Zustimmung der Russen zum Ukraine-Krieg stark gesunken

Sonntag, 4. Dezember, 10.07 Uhr: Dem Kreml dürfte es nach Einschätzung britischer Experten zunehmend schwerfallen, den Krieg in der Ukraine gegenüber der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London zum Ukraine-Krieg am Sonntag hervor. "Angesichts dessen, dass Russland in den kommenden Monaten kaum bedeutende Erfolge auf dem Schlachtfeld erringen wird, ist es wahrscheinlich zunehmend schwer für den Kreml, auch nur die schweigende Zustimmung in der Bevölkerung zu erhalten", hieß es in der Mitteilung.

Den Briten zufolge zeigen an die Öffentlichkeit gelangte Daten russischer Behörden, dass inzwischen nur noch ein Viertel der Bevölkerung in Russland den Angriffskrieg in der Ukraine unterstützt. Zu Beginn des Kriegs waren es demnach noch 80 Prozent. Die teilweise Mobilmachung im September habe den Krieg aber für viele Menschen spürbar gemacht.

Plötzlich spricht Macron von "Garantien" für Russland

23.00 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron findet, dass der Westen bei Friedensverhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs auch auf Sicherheitsbedürfnisse Russlands eingehen sollte. Europa müsse eine neue Sicherheitsarchitektur vorbereiten, sagte Macron in einem Interview. Das am Samstag ausgestrahlte Gespräch wurde von dem Sender TF1 während Macrons US-Reise in den vergangenen Tagen aufgezeichnet.

„Einer der wesentlichen Punkte, auf die wir eingehen müssen, wie Präsident Putin immer gesagt hat, ist die Furcht, dass die Nato an die Türen Russlands heranrückt, und die Stationierung von Waffen, die Russland bedrohen könnten“, sagte Macron. „Dieses Thema wird Teil der Themen für einen Frieden sein. Deswegen müssen wir ausarbeiten, wozu wir bereit sind, wie wir unsere Partner und Mitgliedstaaten schützen, und wie wir Russland Garantien geben, sobald es an den Verhandlungstisch zurückkehrt.“

Bericht: Russland baut "Schattenflotte" aus 100 alten Tankern

21.53 Uhr: Um westliche Sanktionen zu umgehen, soll Russland 100 alte Öltanker gekauft und sich damit im Laufe des Jahres eine "Schattenflotte" aufgebaut haben. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Daten des Schiffsbrokers Braemar und das Energieberatungsunternehmen Rystad. Nach Beginn des Ölpreisdeckels soll damit Öl unter anderem nach China und Indien geliefert werden. Die gekauften Tanker seien zwischen 12 und 15 Jahre alt und wären in den nächsten Jahren verschrottet worden, heißt es weiter. Ein Teil kommt laut Bericht aus nahestehenden Staaten wie Iran oder Venezuela, die ebenfalls von Westen sanktioniert werden.

Nach langem Hin und Her haben die EU- und G7-Staaten sowie Australien am Freitag einen Ölpreisdeckel bei 60 US-Dollar (57 Euro) je Barrel beschlossen. Das Ziel ist, die russischen Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu drücken und so die Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine schwieriger zu machen. Andererseits soll Russland durchaus weiter Öl vermarkten. Sonst würde die wertvolle Ressource auf dem Weltmarkt noch knapper, und die Preise würden auch im Westen steigen.

Selenskyj hält Obergrenze für zu "komfortabel" für Moskau

21.40 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Preisdeckel der G7-Staaten, der EU und Australiens für russisches Öl kritisiert. "Es ist keine ernsthafte Entscheidung, eine solche Obergrenze für die russischen Preise festzulegen", da diese für Moskau "komfortabel" sei, erklärte Selenskyj am Samstag. Derzeit liegt der Marktpreis für russisches Öl der Sorte Urals pro Barrel bei rund 65 Dollar (knapp 62 Euro), der Preisdeckel sieht eine Obergrenze von 60 Dollar vor.

"Russland hat bereits allen Ländern der Welt bereits enorme Verluste zugefügt, indem es den Energiemarkt absichtlich destabilisiert hat", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Entscheidung für eine Preisobergrenze sei daher "eine schwache Position". Es sei "nur eine Frage der Zeit, bis ohnehin härtere Instrumente zum Einsatz kommen müssen", fügte Selenskyj hinzu. "Schade, dass diese Zeit verloren geht."

Ein Preisdeckel von 60 Dollar pro Barrel Öl ermögliche Russland immer noch Einnahmen von etwa hundert Milliarden Dollar pro Jahr, kritisierte Selenskyj. "Dieses Geld wird auch dazu verwendet werden, genau jene Länder weiter zu destabilisieren, die jetzt versuchen weitreichende Entscheidungen zu vermeiden."

Weil Putin nur noch an den Krieg denkt, vergisst er den tödlichen Winter Russlands

17.22 Uhr: Mindestens 82 Milliarden US-Dollar soll Russland bislang für den Krieg in der Ukraine ausgegeben haben. Noch im letzten Jahr räumte der russische Präsident Putin ein, dass Armut das drängendste Problem im Land sei. Doch weil nun die "militärische Sonderoperation" höchste Priorität habe, bemängeln seine Landsleute, dass er Probleme im Land immer mehr außer Acht lasse. Besonders drängend: Die steigenden Heizkosten, fehlende Wasser- und Stromleitungen und zahlreiche Tote in den Regionen, in denen es derzeit bis zu -27 Grad Celsius hat. Davon berichtet das US-Medium "The Daily Beast". Ein russischer Blogger aus Sibirien erzählt dem Portal: Dort würden Menschen mit winzigen Gehältern leben, die sich aufgrund der hohen Lebensmittelpreise und der schlechten wirtschaftlichen Lage kein Essen mehr leisten könnten, während die Regierung Milliarden für den Krieg ausgebe.

YAKUTSK, RUSSIA - DECEMBER 13, 2020: Local people in Central Market in freezing conditions of minus 43 degrees Celsius i
Foto: imago images/ITAR-TASS Winter in Yakutsk in Sibirien.
 

Ausgerechnet aus diesen Regionen wurden zudem viele junge Männer mobilisiert. "Sie nehmen junge Männer – die einzigen Ernährer – weg und schicken sie in Särgen zurück. Die Jungs erfrieren an der Front, werden krank, sterben, während ihre Familien in Armut leben“, sagte eine Aktivistin des Komitees der Soldatenmütter dem Nachrichtenportal. „Es scheint, dass die Behörden an diesem Punkt kein Interesse mehr an Menschenleben haben,“ sagt sie.

Im Zentrum von Abakan, der Hauptstadt der russischen Republik Chakasien in Sibirien, ist kürzlich die Heißwasserleitung geplatzt. Für mindestens 70.000 Menschen vor Ort bedeutet kein warmes Wasser, keine Heizung bei -8 Grad Celsius. Dass die russischen Winter tödlich sein können, ist nichts neues. Laut einer Studie der Moskauer Medizinischen Universität erfroren im vergangenen Jahr 5.557 Menschen in Russland. Die jährliche Sterblichkeitsrate in Russland nahm schon vor dem Krieg zu und stieg 2021 um 15 Prozent, während die Bevölkerung um knapp 700.000 Menschen schrumpfte. In diesem Jahr wird die Zahl der Todesopfer laut offiziellen Statistiken noch höher sein.

Russland will Öl-Preisdeckel nicht akzeptieren

15.58 Uhr: Der Kreml wird den Preisdeckel der G7-Staaten, der Europäischen Union und Australiens für russisches Öl nicht akzeptieren. „Wir werden diesen Preisdeckel nicht akzeptieren“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen am Samstag. Er fügte hinzu, dass Moskau sich im Vorfeld auf eine solche Obergrenze vorbereitet habe, machte dazu aber keine weiteren Angaben.

Die EU, die G7 und Australien hatten sich am Vortag auf eine Obergrenze von 60 Dollar (57 Euro) pro Barrel für per Schiff transportiertes russisches Öl geeinigt. Der Preisdeckel könnte die Möglichkeiten Moskaus einschränken, seine Offensive in der Ukraine zu finanzieren. 

Ukraine: Feindliche Truppen sammeln sich in Belarus

15.15 Uhr: Der Befehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Generalleutnant Serhij Najew, warnt davor, dass sich russische-weißrussische Truppen in Belarus versammeln. „Bis jetzt ist die Situation in der nördlichen Operationszone unter Kontrolle. Aber russisch-weißrussische Truppen sammeln sich weiter auf belarussischem Gebiet“, so Najew in einem Video des Gemeinsamen Streitkräftekommandos auf Facebook.

Man beobachte die Lage und bereite die Streitkräfte auf eine angemessene Reaktion vor. Derzeit gebe es allerdings keine Bedrohung durch Belarus. Für den Fall, dass die militärische Bedrohung zunehme, sei Unterstützung mit zusätzlichen Kräften und Mitteln vorgesehen, so Najew.

Britischer Geheimdienst: Russische Truppen wollen Bachmut einkesseln - und zahlen dafür hohen Preis

12.45 Uhr: Die russische Armee plane derzeit die umkämpfte Stadt Bachmut einzukesseln. Das berichtet der britische Geheimdienst auf Twitter. Demnach wollen die Streitkräfte die Stadt im Norden und Süden mit Schützengräben einkreisen, um so die Verteidigung zu erschweren.

Die russischen Invasionstruppen in der Ukraine haben sich nach Ansicht britischer Militärexperten in einen unverhältnismäßig aufwendigen Kampf um die Stadt Bachmut verbissen. Der Vorteil durch eine Eroberung der Stadt in der Region Donezk mit etwa 70.000 Einwohnerin stehe nicht im Verhältnis zu dem Preis, den Moskau dafür zahle, hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des Verteidigungsministeriums in London am Samstag.

Ein großer Teil der russischen Bemühungen und Feuerkraft sei seit August auf einen etwa 15 Kilometer langen Sektor einer mit Gräben befestigten Front konzentriert, so die Mitteilung. Der Plan sei wohl, die Stadt einzukreisen. Dabei habe es im Süden kleine Fortschritte gegeben.

Obwohl die Einnahme Bachmuts Russland die Gelegenheit verschaffen würde, größere urbane Zentren wie die Städte Kramatorsk und Slowjansk zu bedrohen, wäre sie nur von „eingeschränktem operationellem Wert“, so die Einschätzung der Briten weiter. Es sei daher eine realistische Möglichkeit, dass die Eroberung der Stadt in erster Linie ein symbolisches, politisches Ziel für den Kreml geworden ist.

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