Generation Z: Die heikle Verkopfung der Jugend - WELT
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Bildung Fachkräftemangel

Die heikle Verkopfung der Jugend

Redakteur Wirtschaft und Finanzen
Am höchsten im Kurs steht das Hochschulstudium Am höchsten im Kurs steht das Hochschulstudium
Am höchsten im Kurs steht das Hochschulstudium
Quelle: Getty Images/Hinterhaus Productions
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Junge Menschen streben vor dem Eintritt in den Arbeitsmarkt meist ein Studium an. Das verschärft den Fachkräftemangel zusätzlich. Der steigende Trend zur Akademisierung bedeutet nichts Gutes für die rückläufigen Ausbildungszahlen. Doch es gibt auch eine Hoffnung.

Worum geht es

Eines der dringendsten Probleme auf dem Arbeitsmarkt ist der Fachkräftemangel – um zu illustrieren, wie dramatisch die Situation noch werden könnte, hat Friedrich Hubert Esser einen Neologismus geschaffen: Auf die deutsche Wirtschaft komme eine „Fachkräftekatastrophe“ zu, sagte der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung.

„Alles, was mit Hand und Herz konnotiert“ sei, habe an Attraktivität eingebüßt. Er sprach in dem Zusammenhang von einer „Verkopfung der Bildung“. Als Ursache nannte er einen Strukturwandel weg von der „Industriegesellschaft hin zur Wissensgesellschaft“. Entgegenwirken könnte nur noch ein Wandel, indem die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücke.

Entscheidend für die künftigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sind unter anderem die Karrierewege der nachrückenden Jahrgänge. Die Jobplattform Indeed hat nun die Generation Z zu ihren Zukunftsplänen und ihrer Berufswahl befragt: 70 Prozent der Befragten wissen bereits, in welchem Beruf sie später arbeiten möchten. Die Erhebung, an der 1000 Menschen zwischen 16 und 21 Jahren teilgenommen haben, liegt WELT exklusiv vor.

Am höchsten im Kurs steht das Hochschulstudium – dieser Trend schreibt sich seit Jahren fort. 34 Prozent der Befragten möchten nach dem Abitur studieren, weitere elf Prozent ein duales Studium aufnehmen.

Immerhin 32 Prozent geben aber auch an, eine Ausbildung absolvieren zu wollen. Weitere acht Prozent möchten sogar sofort den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, sechs Prozent geben an, dass sie den direkten Einstieg in die Berufswelt planen.

Steigender Trend zur Akademisierung

Der steigende Trend zur Akademisierung bedeutet nichts Gutes für die seit Jahren rückläufigen Ausbildungszahlen. Doch der Umfrage zufolge werden gerade Branchen, die vom Fachkräftemangel hart getroffen sind, wieder beliebter.

Gesundheit (13 Prozent), Soziales (13 Prozent) und IT (zwölf Prozent) zählen zu den beliebtesten Berufsfeldern. Weniger Interesse zeigen die Befragten an den Bereichen Verkehr und Logistik sowie an der Landwirtschaft (3,2 bzw. 2,3 Prozent).

Im Verhältnis kommen derzeit auf fünf offene Ausbildungsstellen vier Bewerber. Nötig sei deshalb eine intensivere Berufsorientierung an allen Schulformen, einschließlich des Gymnasiums, sagte Barbara Dorn, Abteilungsleiterin Bildung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber (BDA) vor dem Bundestagsausschuss.

Eine Ausbildungsgarantie für den Wunschberuf könne es allerdings nicht geben. Dies wäre eine „Verzerrung des Ausbildungsmarktes“.

Interesse an staatlichen Freiwilligendienst sehr gering

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Freiwilligendienste hingegen spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Vor einigen Wochen hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) eine Debatte über ein soziales Pflichtjahr angestoßen. Die Erhebung von Indeed zeigt nun: Das Interesse hält sich stark in Grenzen.

So haben 2021 mehr als 50.000 Jugendliche ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert – im Vergleich zu den rund acht Millionen 15- bis 24-Jährigen hierzulande ist das ein verschwindend kleiner Anteil. Das Interesse an einem staatlichen oder privaten Freiwilligendienst ist sehr gering: Gerade einmal drei Prozent möchten diesen Weg einschlagen.

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Knapp die Hälfte der Befragten informiert sich darüber, welche Berufe auf dem Arbeitsmarkt besonders stark nachgefragt sind, rund 51 Prozent lassen sich von dem Angebot bei der Entscheidung über den beruflichen Werdegang sogar beeinflussen.

Allgemein ist die Generation Z optimistisch, was den Arbeitsmarkt betrifft: 56,7 Prozent schätzen ihre aktuellen Chancen auf dem Jobmarkt gut ein, 23,5 Prozent sogar sehr gut. Lediglich 13,6 Prozent bewerten den Status quo als schlecht oder sehr schlecht.

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Lohnerhöhungen, um Talente anzuziehen

Dieser Optimismus gepaart mit dem großen Angebot an Stellen wirkt sich zunehmend auf die Gehälter aus – im positiven Sinne für Arbeitnehmer, die immer öfter mehr fordern können. Mehr als 30 Prozent der Unternehmen planen eine Lohnerhöhung, um Talente anzuziehen und zu halten.

Eines von fünf Unternehmen plant, mehr Leistungen wie zusätzlichen Urlaub anzubieten. Das geht aus eine Sonderstudie des Arbeitsmarktbarometers des Personaldienstleisters Manpower Group hervor, für das mehr als 40.000 Arbeitgeber in 40 Ländern befragt wurden.

Bemerkenswert: Die Befragung fand im letzten Quartal 2021 statt. Damals lag die Inflation bei rund vier Prozent – also noch deutlich unter der derzeitigen Quote von 7,6 Prozent.

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In der Zwischenzeit haben viele Unternehmen angekündigt, die Gehälter außerplanmäßig als Inflationsausgleich anzuheben, darunter laut „Handelsblatt“ auch einige der Dax-Unternehmen.

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