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Das Ukraine-Update am Morgen: Plötzlich gehen auf getroffenem Militärflughafen „Engels-2“ die Sirenen los
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die ukrainische Armee hat mit ihren Angriffen auf russische Militärbasen offenbar Angst ausgelöst.
  • Am späten Dienstagabend gingen auf dem getroffenen Stützpunkt Engels-2 plötzlich die Sirenen los.
  • Polen schwenkt derweil um und will nun doch das deutsche Flugabwehr-Angebot akzeptieren.

Das Ukraine-Update am Morgen: Was heute Nacht passiert ist

Russen in Angst: Plötzlich gehen auf getroffenem Militärflughafen die Sirenen los

Am Montag wurden zwei russische Luftwaffenstützpunkte von ukrainischen Angriffen getroffen. Auf der Basis „Engels-2“ wurden mehrere Kampfjets beschädigt. Nun scheint man dort besonders nervös zu sein. Denn am späten Dienstagabend gingen auf dem Militärflughafen „Engels-2“ die Luftschutzsirenen los. Die russische Nachrichtenagentur Tass zitierte dazu den Stellvertretenden Chef der Region Yevgeby Shpolsky: Die Sirenen galten nur der Militäranlage. Es gebe keine Gefahr für zivile Infrastruktur.

Auf der Engels-2-Basis stehen vor allem Tu-95-Langstreckenbomber. Von dort fliegen die Russen viele Luftangriffe auf die Ukraine. Sie beherbergen außerdem einen wichtigen Teil des nuklearen Arsenals der Russen. Nach dem erfolgreichen ukrainischen Angriff am Montag war in Russland harsche Kritik laut geworden, der Luftwaffenstützpunkt sei völlig ungeschützt.

Lesen Sie dazu auch: Experte: Beim ukrainischen Drohnen-Coup hat Russland „katastrophal versagt“

Polen will deutsches Flugabwehr-Angebot nun doch akzeptieren

Vor zwei Wochen hatte Verteidigungsministerin Lambrecht die Verlegung der Patriots nach Polen vorgeschlagen. Ihr polnischer Kollege Blaszczak nahm das Angebot zunächst an. Einen Tag später schlug er jedoch überraschend vor, die deutsche Flugabwehr statt in Polen auf ukrainischem Gebiet zu stationieren. Dies sorgte in Berlin für Verstimmung.

„Nach einer Diskussion mit dem deutschen Verteidigungsministerium war ich enttäuscht über die Entscheidung, die Unterstützung für die Ukraine abzulehnen. Die Stationierung von Patriots in der Westukraine würde die Sicherheit von Polen und Ukrainern erhöhen“, schrieb Blaszczak nun auf Twitter. Man arbeite daher daran, die Patriots in Polen zu stationieren.

Besuch in Frontnähe: Selenskyj dankt ukrainischen Streitkräften

Bei einem Besuch in Frontnähe hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Soldaten für die Verteidigung ihres Landes unter schwierigsten Bedingungen gedankt. Er habe während des Aufenthalts im ostukrainischen Gebiet Donezk auch Auszeichnungen verliehen an jene Soldaten, die an den „gefährlichsten und verantwortungsvollsten“ Orten eingesetzt seien, sagt Selenskyj in einem Video, das er nach seiner Rückkehr nach Kiew auf Telegram veröffentlichte. Er sei auch im Gebiet Charkiw gewesen und habe dort Ärzte getroffen, die verwundete Kämpfer behandeln.

Ukraine fordert mehr Hilfe bei Verteidigung und Energieversorgung

Angesichts der verheerenden Folgen der russischen Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur hat Kiew weitere Hilfe von westlichen Staaten gefordert. „Russland versucht, mehr als 30 Millionen Ukrainer ohne Heizung, Licht und Wasser zu lassen“, sagte der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Russen verlieren auf dem Schlachtfeld und versuchen deshalb verzweifelt, die Ukraine in die Dunkelheit zu stürzen.“ Schmyhal bat um weitere Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsysteme sowie um Hilfe bei der Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen.

Russlands Raketenangriffe haben seit Oktober die Energieversorgung der Ukraine massiv beschädigt. Millionen Menschen haben zeitweise nur noch eingeschränkt Zugang zur Stromversorgung. Auch die Versorgung mit Wasser und Wärme ist vielerorts schwierig.

Diplomaten: Russland bestellt Hunderte Drohnen und Raketen vom Iran

Zudem soll Russland Diplomaten zufolge erneut Hunderte Drohnen und ballistische Raketen aus dem Iran bestellt haben. „Wir wissen, dass der Iran plant, seine Lieferungen von unbemannten Flugkörpern und Raketen an Russland in erheblichen Mengen zu erhöhen“, teilten Kreise bei den Vereinten Nationen in New York der Deutschen Presse-Agentur mit. Moskau wolle damit dem akuten Mangel an militärischem Nachschub begegnen. Es handle sich um mehrere hundert Geschosse und Hunderte Drohnen. „Ich glaube nicht, dass sie schon versandt wurden, aber sie stehen eindeutig in den Auftragsbüchern“, hieß es aus New York.

Der Iran hatte übereinstimmenden Berichten zufolge bereits im August Drohnen nach Russland geschickt, die für Angriffe auf militärische Objekte wie Radaranlagen und Artillerie genutzt werden können. Wenige Wochen später attackierten Russlands Streitkräfte Ziele in der Ukraine mehrfach mit iranischen Kamikaze-Drohnen, die mit hoher Geschwindigkeit auf ihr Ziel stürzten und große Schäden anrichteten.

Frontex: Zahl der Ein- und Ausreisen an Grenzen zur Ukraine konstant

Nach den schweren russischen Raketenangriffen auf die Energieversorgung der Ukraine hat die EU-Grenzschutzagentur Frontex bislang keine bedeutende Veränderung im Grenzverkehr registriert. In der vergangenen Woche seien aus der Ukraine 229 542 Menschen in ein EU-Land eingereist, teilte Frontex am Dienstag per Twitter mit. Im gleichen Zeitraum überquerten 208 988 Menschen die Grenze eines EU-Landes in Richtung Ukraine. Vergleichszahlen der Vorwochen waren zunächst nicht unmittelbar verfügbar.

Lesen Sie auch: Das Ukraine-Update vom 6. Dezember

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pnh/mit dpa
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Leser-Kommentare (6255)
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Heute, 07.12.2022 | 13:34 | Kurt Knispel

AHA

Funktionierende Sirenen haben die also auch noch. Wahnsinn! Böse Zungen behaupten ja, dass es im Ahrtal gar keine gab und der Wiederaufbau in vollem Gange ist, nahezu fast fertig.

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Weitere Kommentare (10)

Heute, 07.12.2022 | 13:34 | Adrian Brandl

zu wenig

Frau Merkel zeigt nur wenig Einsicht zu Fehlern ihrer Politik insbesondere im Umgang mit Russland. Die gesamte Politik war völlig falsch und das muss man Ihr anlasten. Was Schröder angefangen hatte hat Frau Merkel konsequent fortgeführt. Auch Ihre Asyl Politik ist komplett gescheitert und hat in Deutschland zu massiven Problemen geführt. Ihr Slogan "Wir schaffen das" ist Verrat am deutschen Volk. Nach der widerrechtlichen Vereinnahmung der Krim 2014 durch Putin, hätte Sie konsequent reagieren müssen. Sämtliche Vorhaben von Nord Stream 1+2 hätten sofort gestoppt werden müssen. Bedenken darüber kamen genügend von unseren Partnern in der EU. Sie ist also mitverantwortlich für das Dilemma, indem Deutschland jetzt steckt.

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Heute, 07.12.2022 | 10:07 | Jutta Denker  | 4 Antworten

Selenkyj ist ein vorbildlicher Präsident

Herrn Selenskyj sieht man ständig an der Front: in Donezk bei seinen Soldaten, in Charkiw beim ärztlichen Personal im Militärhospital. Herr Putin dagegen hat sich noch nie in den Schützengräben blicken lassen, ihm sind seine teilmobilisierten Soldaten völlig egal. Der mutige, tapfere und anständige Präsident der Ukraine ist einer der Hauptgründe, warum der Kriegsverbrecher Putin seinen Angriffskrieg trotz all seiner Brutalität krachend verlieren wird.

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  • Heute, 07.12.2022 | 18:44 | Pohle Max

    @kurt

    Frau Denker heißt Frau Denker. Und sie hat so etwas von Recht. Genau das unterscheidet Selenskyj von Putin. Selbst die russischen Generäle sitzen im warmen weit weg von der Front. Auch deshalb sind die Ukrainer so gut motiviert.

Alle Antworten (3)

Heute, 07.12.2022 | 08:38 | Wildfried Mond

Irans Militärpoduktion vernichten

Die USA haben schon einmal eine nukleare Anlage im Iran vernichtet, was das Land in der Entwicklung einer Atombombe zurück geworfen hat. Deshalb wäre es einen zweiten Versuch wert, diesen Mullahs zu zeigen, dass Putin als Käufer ihrer Raketen der falsche Partner ist. In der momentanen Situationen könnte ein derartiger Angriff auch den Demonstranten helfen.

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Heute, 07.12.2022 | 08:20 | Michael Kestel  | 1 Antwort

Forderungen

Dies ist das meist verwendete Wort, wenn es um Äußerungen Selenskys geht. Und seine Bereitschaft mit Putin Gespräche zu führen, gleich null. Was war mit dem Raketeneinschlag in Polen mit Flugabwehrraketen in Polen? Was ist mit den Drohnenangriffe auf russischem Boden? Hat Selensky nicht sogar einen atomaren Erstschlag der NATO bzw. USA gg Russland angesprochen? Dieser Mensch will ganz Europa mit in einen Krieg gg Russland hineinziehen.

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  • Heute, 07.12.2022 | 11:54 | Rainer Leonhardt

    @kestel

    Ja genau! Wir sollten Russland endlich geben so worum Putin bettelt! 70zig Unserer super Bunkerprecher auf einen Schlag! Und keine eine Atomwaffen würde das Land mehr verlassen! Die Ukraine hat endlich die Luftnummer Rusland entlarvt! Nur Maulhelden und Kinderschänder! Slava Ukraine!

Heute, 07.12.2022 | 07:33 | Peter Lutz  | 1 Antwort

Was wird die

Folge sein? Hat man der russischen Luftwaffe ernsthaft geschadet oder nur einen kleinen Coupe gelandet? Wenn die Russen als Antwort wieder 100 Raketen schicken, war es das wert?

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  • Heute, 07.12.2022 | 15:44 | Stephan Trebuth

    @Lutz

    Toller Blödsinn, die Raketen schießt Kriegsverbrecher Putin doch ohnehin auf die Ukraine ab um noch ein paar Zivilisten zu ermorden. Oder sind Sie so naiv zu glauben Putin würde damit aufhören wenn die Ukrainer nicht zurückgeschlagen hätten?

Heute, 07.12.2022 | 07:32 | Jibbo Rosenboom

Russland wird angegriffen?

Russland kriegt worum es bettelt. Russland bettelt mit Lügen und Täuschungen. Das haben Bettler eben manchmal so an sich. Obwohl sie eigentlich regulär ihr Leben bestreiten könnten, tun sie selber nichts und betteln andere an, so wie Russland. Russland hat genug Land und Leute. Dennoch holt es sich von anderen was es will. Wenn diese dann sagen, bleib mir vom Acker…., dann greift es zu neuen Lügen wie: Wir werden angegriffen. Welch ein jämmerliches Bild.

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Heute, 07.12.2022 | 07:27 | Roland Weber

Ukraine

Die Frage ist wie könnten die Drohnen so weit in den russischen Luftraum eindringen da es ja angeblich alte russische Drohnen waren und die Russen die beste luftabwehr der Welt besitzen ich tippe auf eine Aktion im innern Russlands

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Heute, 07.12.2022 | 06:56 | Hans- Joachim Shertaga  | 2 Antworten

Nichts daraus gelernt

Auf den Angriff der Krim Brücke nichts daraus gelernt? Die Antwort wird von Seite der Russen kommen und die wird härter ausfallen und wieder werden unselige Menschen sterben für so einen Angriff der eigentlich nichts gebracht hat.

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  • Heute, 07.12.2022 | 14:31 | Friedrich Anderl

    Nichts gebracht?

    Die zerstörten Bomber können schon Mal keine weiteren Bomben auf die Ukraine werfen. Alleine das ist mehr als nichts.

Alle Antworten (1)

Heute, 07.12.2022 | 06:50 | Ralf Schmidt

Das wahre Ausmaß

Des asymmetrischen Krieg auf Russischem Boden bleibt uns verborgen. Dafür sorgt die russische Propaganda. Ich bin aber sicher, dass es mehr Angriffe und Zerstörung in Russland gibt, die Angriffe auf die Flugplätze ließen sich ebenso nicht verheimlichen wie der auf die Krimbrücke. Wer die jeweiligen Verantwortlichen sind sollte besser im Dunkeln bleiben. (Wie auch die Zerstörung von NS in der Ostsee.)

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