Kai Wiesinger

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Kai Wiesinger, 2012

Kai Wiesinger (* 16. April 1966 in Hannover) ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Synchron- sowie Hörspielsprecher. Bekannt wurde er 1992 durch Sönke Wortmanns Filmkomödie Kleine Haie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai Wiesinger, 1997

Kai Wiesinger, Sohn eines Journalistenpaares, nahm bereits als Jugendlicher in Hannover privaten Schauspielunterricht bei Günter Kütemeyer. Nach dem Zivildienst beim Roten Kreuz als Rettungssanitäter absolvierte er eine Schauspielausbildung in München.

Sein Theaterdebüt gab Wiesinger 1990 in München in einer Bühnenfassung von Harold und Maude als Harold. Weitere Engagements folgten am Bayerischen Staatsschauspiel und am Prinzregententheater.

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1988 und 1989 war Wiesinger wiederholt in der ZDF-Fahndungssendung Aktenzeichen XY … ungelöst zu sehen und gab sein Fernsehdebüt. 1992 debütierte er als erfolgloser Schauspieler Johannes Scheffler in Sönke Wortmanns Filmkomödie Kleine Haie auf der Kinoleinwand und wurde für seine schauspielerische Leistung gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen Jürgen Vogel und Gedeon Burkhard mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Dem Genre der Komödie blieb er mit Filmen wie Sherry Hormanns Frauen sind was Wunderbares (1994), Sönke Wortmanns Der bewegte Mann (ebenfalls 1994) und Rainer Kaufmanns Stadtgespräch (1995) treu. Eine durchgehende Serienrolle hatte er 1993 als Toni Teuffel in der ARD-Fernsehserie Auf Achse.

1997 war Wiesinger an der Seite von Catherine Flemming als Graffiti-Künstler Simon in Dana Vávrovás Debüt als Filmregisseurin Hunger – Sehnsucht nach Liebe zu sehen und bekam dafür Bayerischen Filmpreis verliehen. Im selben Jahr verkörperte in dem Film Comedian Harmonists den Pianisten Erwin Bootz, wofür er ebenfalls mit einem Spezialpreis des Bayerischen Filmpreises geehrt wurde. Nachdem Wiesinger bereits in 14 Tage lebenslänglich als der zynisch-arrogante Staranwalt Konrad von Seidlitz überzeugen konnte und dafür mit einer Nominierung für den Deutschen Filmpreis und einem weiteren Bayerischen Filmpreis bedacht wurde, stand er 1999, abermals unter der Regie von Roland Suso Richter, für Nichts als die Wahrheit vor der Kamera. In dem vieldiskutierten Film spielte er, eingebettet in eine fiktive Story, den Strafverteidiger des von Götz George dargestellten KZ-Arztes Josef Mengele.

Bei seinen Arbeiten für das Fernsehen blieb Wiesinger ebenfalls zeitgeschichtlichen Stoffen verbunden und war in Großproduktionen wie Dresden und Die Gustloff zu sehen. 2008 spielte er eine der Hauptrollen in der Fernsehserie Die Anwälte um ein Hamburger Anwaltsbüro. Die Reihe wurde allerdings bereits nach Ausstrahlung der Auftaktfolge von RTL aufgrund schlechter Quoten wieder aus dem Programm gestrichen. Die ARD strahlte die acht Folgen von Die Anwälte daraufhin ab Oktober 2008 montags um 20:15 Uhr aus. 2009 übernahm er unter der Regie von Christian Theede die Rolle des Königs in dem Märchenfilm Der gestiefelte Kater der Fernsehreihe Sechs auf einen Streich. 2014 verkörperte er in Thomas Schadts dokumentarischen Fernsehfilm Der Rücktritt die Rolle des zehnten deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, was ihm den Bayerischen Fernsehpreis als bester Schauspieler in der Kategorie Fernsehfilm einbrachte.

Kai Wiesinger mit seiner Lebensgefährtin Bettina Zimmermann bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2019

In der selbstentwickelten Webserie Der Lack ist ab spielt er seit 2015 neben seiner Lebensgefährtin Bettina Zimmermann die Hauptrolle und gab mit der Produktion auch sein Regiedebüt.[1] Die Comedy-Serie finanziert sich zu großen Teilen durch Produkt- und Markenwerbung.[2] Seit Februar 2022 ist er auf dem ARD-Sendeplatz „Der Donnerstagskrimi im Ersten“ in der Titelrolle des Dr. Felix Hoffmann der Fernsehreihe Dr. Hoffmann zu sehen.

Wiesinger betätigt sich neben seiner Arbeit vor der Kamera auch als Synchron- und Hörspielsprecher, u. a. lieh er 1999 seine Stimme dem kanadischen Schauspieler Dave Foley in dem Animationsfilm Das große Krabbeln. 2005 war er neben seiner damaligen Ehefrau Chantal de Freitas in der Hörspielserie Bibi Blocksberg in der 83. Folge Die Klassenreise zu hören.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg und der Modemarke Baldessarini stand Wiesinger Anfang der 2000er Jahre in Anzeigenkampagnen als Dressman für Herrenmode zur Verfügung.[3][4][5] 2004 wurde ihm in der Kategorie Best dressed man im Rahmen der Wahl der „Männer des Jahres“ vom Männermagazin GQ der Sonderpreis der Redaktion verliehen.[6]

Wiesinger ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.[7]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai Wiesinger war mit der Schauspielerin Chantal de Freitas, die er 1995 bei den gemeinsamen Dreharbeiten zu Der Leihmann kennenlernte, von 1998 bis zu deren Tod im Jahre 2013 verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter und trennte sich im Januar 2012.[8] Im Februar 2014 auf der Berlinale bekannte Wiesinger sich zu seiner neuen Lebensgefährtin, der deutschen Schauspielerin Bettina Zimmermann.[9] Das erste gemeinsame Kind der beiden kam Ende Dezember 2015 zur Welt.[10]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinofilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronrollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 471 ff.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 377.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kai Wiesinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abendzeitung: Kai Wiesinger: Regiedebüt im Netz. 22. April 2015, abgerufen am 22. April 2015.
  2. Interview Kai Wiesinger - Product Placement statt Filmförderung. 13. Oktober 2015, abgerufen am 22. Oktober 2015.
  3. Business Handel – Unternehmen, Textilwirtschaft via imgur.com, 19. September 2002
  4. Kai Wiesinger über: Stil (PDF; 553 kB), Maxi via peek-cloppenburg.de, November 2002
  5. Baldessarini Fotoshooting; Fotograf: Mauro Taliani (Memento vom 19. Februar 2009 im Internet Archive), kaiwiesinger.de, abgerufen: 21. Februar 2012
  6. GQ Gentlemen's Quarterly kürt die „Männer des Jahres 2004“@1@2Vorlage:Toter Link/www.dirkjung.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) , dirkjung.de, 12. November 2004
  7. Kai Wiesinger. In: deutsche-filmakademie.de. Deutsche Filmakademie, abgerufen am 12. Mai 2019.
  8. Kai Wiesinger: Traum-Ehe nach 13 Jahren kaputt, bild.de, 8. Januar 2012
  9. Kai Wiesinger und Bettina Zimmermann sind ein Paar vom 6. Februar 2014
  10. Bettina Zimmermann + Kai Wiesinger Das Baby ist da. In: gala.de. 30. Dezember 2015. Abgerufen am 20. Januar 2016.