Seilbahner-Zwist - Großarl: Harte Fronten beim „Kieserl-Projekt“ | krone.at
01.10.2021 07:00 |

Seilbahner-Zwist

Großarl: Harte Fronten beim „Kieserl-Projekt“

Über 50 Millionen Euro wollen die Großarler Bergbahnen in eine zweite Skischaukel investieren. Im Ort stößt das teils auf wenig Gegenliebe - nicht nur wegen der Kosten.

So wirklich gern spricht in Großarl keiner darüber. „Mir ist lieber, wenn ich dazu nichts sagen muss.“ Oder auch: „Kein Kommentar, dazu sag ich lieber nichts“, erwidern dieser Tage selbst bekannte Hoteliers.

Zu heikel, zu brisant sei das Ganze: Denn die geplante, über 50 Millionen teure Errichtung der zweiten Skischaukel Dorfgastein-Großarl schlägt hohe Wellen im „Tal der Almen“. Wie berichtet, sollen zwei neue Zehner-Einseil-Umlaufbahnen von Großarl und Dorfgastein auf das exakt 1953 Meter hohe Kieserl führen; zusätzlich dazu ist eine dritte Bahn eingeplant.

Und diese Idee stößt im Ort längst nicht nur bei Hotelier und Anteilseigner Anton Knapp senior auf wenig Gegenliebe – der Seniorchef des Hotels Alte Post kritisierte das Mega-Projekt harsch wegen seiner Ausmaße in puncto Finanzierung und Naturzerstörung.

Auch Hotelier Johannes Hettegger, der selbst an den Bergbahnen beteiligt ist, beobachtet das Projekt gespannt. Er schätzt die kolportierten Skischaukelkosten weitaus höher ein. „Dass am Berg etwas gemacht werden muss, ist außer Zweifel. Das Kieserl muss jedenfalls erschlossen werden“, sagt der Chef des Hotels Kristall.

Nachsatz: „Ob das auch in der angepeilten Dimension erfolgen muss, ist allerdings eine andere Frage.“

Rund 135 Millionen Euro sollen bis 2030 fließen
Geht es nach den Großarler Bergbahnen und so manchem Miteigentümer, so sollen bis 2030 rund 135 Millionen Euro ins Skigebiet fließen. Neben den neuen Liftanlagen samt der nötigen Infrastruktur ist etwa auch ein fünf Millionen Euro teures Restaurant geplant. Während man in der Gemeindestube das Mega-Vorhaben aufmerksam verfolgt und auf eine wirtschaftliche Umsetzung hofft, frohlockt man beim Tourismusverband über das anvisierte Projekt, das schon 2022 starten könnte. Das Ganze sei jedenfalls ein „Zukunftsprojekt“, sagte Chef Thomas Wirnsperger unlängst. Nicht nur, weil das Gebiet bereits jetzt als Skigebiet gewidmet ist. Auch weil es im Sommer mehr Angebote für Familien mit Kindern brauche – noch würden viele etwa auf den Geisterberg in St. Johann ausweichen. Bis wann das Projekt umgesetzt wird, ist unklar. Bergbahnen-Chef Josef Gruber gibt sich wortkarg.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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