Anke Engelke über die Themen des Films

Ex-Chefredakteurin Karin (Anke Engelke) legt sich weiter mit den Mächtigen an.
Ex-Chefredakteurin Karin legt sich weiter mit den Mächtigen an. | Bild: ARD Degeto / Christiane Pausch

»Rommy und Karin sind ohne feste Arbeit, freiberufliche Journalistinnen ohne Aufträge, sie müssen ihre Reportagen, Interviews und Geschichten selber finden, machen und verkaufen. Das mag auf den ersten Blick wirken, als mache das freier als z.B. eine Festanstellung, aber das macht eben auch Druck. Und diese ambivalente Situation stellt nicht nur ihre berufliche Destination, sondern auch ihre Beziehung auf die Probe. Ohne Auftrag und Unterstützung von einer Redaktion, einem Verlag oder Blatt, ist journalistisches Arbeiten mühsamer als mit. Und dass sich Politiker und Baufirmen nicht in die Karten schauen lassen, ist auch Mist! Rommy und Karin scheinen das Geheimrezept zu kennen, mit dem man Berufs- und Partnerschaftskrisen übersteht. Karin hat Rommy und ihre gemeinsamen Prinzipien im ersten Film der Reihe verraten, hat sie nach der Trennung aufgespürt und ist ihr im zweiten Film nach Kapstadt hinterhergereist, um sie dort auf Knien um Verzeihung zu bitten. Dass sie jetzt im dritten Film zusammenleben und gemeinsam auf Jobsuche sind, zeigt Vertrautheit. Man spürt, dass sich die beiden Frauen füreinander entschieden haben, dass sie einander brauchen und wollen. Mir gefällt das! Beim zweiten Film der Reihe herrschten natürlich außergewöhnliche Umstände, wir haben ja den Großteil in Südafrika gedreht. Die beiden Berlin-Filme dagegen wirken, als arbeite man Zuhause. Was aber die Themen betrifft – TTIP, Monsanto und Schwarzarbeit in der Baubranche – gibt es einen entscheidenden Unterschied: Man ist mehr oder weniger im Bilde, wenn es um TTIP und Monsanto geht, schiebt die Problematiken vermutlich aber beiseite, man verdrängt. Die Situation auf vielen Großstadt-Baustellen allerdings – Schwarzarbeit und Korruption in der Baubranche – springen uns regelmäßig ins Auge, sie sind sichtbar und das Wegschauen fällt tatsächlich schwer.«

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