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New York (Bundesstaat)

New York (standardsprachlich (AE) [nuːˈjɔɹk], regional auch [ nuːˈjɔə̯k] oder [ nɪˈjɔə̯k]; BE: [ ˈnjuːˈjɔːk]) ist ein Bundesstaat im Nordosten der Vereinigten Staaten von Amerika. Neben New Jersey, Pennsylvania, Delaware und Maryland wird New York den Mittelatlantikstaaten zugerechnet. New York hat eine Fläche von 141.299 Quadratkilometern und ist mit 20,2 Millionen Einwohnern (Stand: 2020) nach Kalifornien, Texas und Florida der viertbevölkerungsreichste Bundesstaat der USA.

Die Hauptstadt des Bundesstaates, der den offiziellen Beinamen Empire State (Imperiums-Staat) hat, ist Albany; größte Stadt ist New York City. Das Gebiet nördlich des Stadtgebiets von New York wird als Upstate New York bezeichnet; New York City und Long Island bilden zusammen Downstate New York. Größere Städte in Upstate New York sind Buffalo, Rochester, Syracuse, Albany, Schenectady und Utica.

New York grenzt im Süden an Pennsylvania und New Jersey, im Osten an Massachusetts, Connecticut und Vermont, im Norden und Nordwesten an die kanadischen Provinzen Québec und Ontario. New York hat zudem eine Seegrenze mit Rhode Island. Der Bundesstaat erstreckt sich auf einer Fläche von etwas mehr als 141.000 km² und nimmt damit nach Fläche den 27. Platz der US-Bundesstaaten ein.

Relief

Der Bundesstaat New York ist von den Nordausläufern der Appalachen geprägt. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel liegt zwischen 300 und 1000 m. Im Norden befinden sich die Adirondacks mit dem Mount Marcy, dem mit 1629 m höchsten Berg des Staats.

Im Norden grenzt der Staat an den Eriesee und den Ontariosee sowie an den Sankt-Lorenz-Strom, dort befinden sich kleinere Tiefländer. Im Südosten befindet sich das Tal des Hudson River sowie Long Island, eine ca. 200 km lange und 20 bis 30 km breite Insel, auf der große Teile von New York City liegen.

Geologie

Die Appalachen, die den größten Teil des Staates einnehmen, sind ein Faltengebirge. Die im Bundesstaat liegenden Gebirgszüge gehören zum nördlichen Teil der Appalachen, sind somit rund 500 Millionen Jahre alt und gehören zu den Gebirgen, die durch die kaledonische Gebirgsbildung entstanden. Durch dieses hohe Alter wurde allerdings schon sehr viel Material abgetragen. Dies erklärt die relativ geringe Höhe, die die Appalachen im Vergleich zu anderen Faltengebirgen besitzen. Die Tiefländer sowie Long Island sind geologische Tafeln.

Boden

Die Böden (v. a. Schwarzerde) sind denen in Mitteleuropa sehr ähnlich und relativ fruchtbar, jedoch trotzdem eher geringwertig. Je höher es in den Appalachen wird, desto felsiger und damit unfruchtbarer werden die Böden. Es gibt keine umfangreichen Bodenschatzvorkommen, sondern lediglich kleine Vorkommen an Eisenerzen, Steinsalz und Erdöl/Erdgas sowie Blei und Zink.

Klima

Im gesamten Bundesstaat New York herrscht ein gemäßigtes Klima. Die Durchschnittstemperatur liegt an der Küste bei etwa 12 °C. Die Temperatur beträgt im Winter (Dezember–März) um 0 °C und im Sommer (Juni–September) ca. 25–30 °C. Der Unterschied ist mit bis zu 30 °C für eine Küstenregion relativ hoch. Die hohen Temperaturen im Sommer erklären sich durch die relativ südliche Lage (ca. 42° n. B.). Die kühlen Temperaturen des Winters resultieren aus Einflüssen der Appalachen. Die Jahresniederschlagsmenge beträgt ungefähr 1000 mm, der Niederschlag verteilt sich gleichmäßig auf das ganze Jahr.

In den Appalachen dagegen sind die Temperaturen aufgrund der Höhe geringer, und es fällt weniger Niederschlag. In den Wintermonaten liegt die Durchschnittstemperatur bei bis zu −10 °C, im Sommer bei ca. 20 °C. Die Niederschlagsmenge ist um 200 bis 300 mm geringer als an der Küste, verteilt sich aber dennoch gleichmäßig. Im Nordwesten des Bundesstaates, an den Seen und am Sankt-Lorenz-Strom, unterscheidet sich das Klima kaum von dem der Appalachen, außer dass es aufgrund der geringeren Höhe etwas milder ist.

Gewässer

Verlauf des Hudson Rivers, bzw. des Mohawk Rivers

Der bedeutendste Fluss ist der Hudson River, der im Norden des Staates entspringt. Er besitzt zahlreiche kleinere Zuflüsse (z. B. Mohawk River), die ebenfalls in den Appalachen entspringen. Weitere bedeutende Flüsse sind der Sankt-Lorenz-Strom, der einen Teil der Grenze zu Ontario bildet, der Susquehanna River und der Delaware River.

Der Staat liegt am Eriesee im Westen und am Ontariosee im Nordwesten. Außerdem gibt es etliche kleine und mittelgroße Seen (z. B. die Finger Lakes mit dem Seneca Lake, Cayuga Lake und Oneida Lake, den Lake George sowie den Lake Champlain, der im Nordosten die Grenze zum Bundesstaat Vermont bildet), dazu viele Wasserfälle (z. B. die Niagarafälle oder die Taughannock Falls).

Vegetation

Fast die gesamte Fläche des Bundesstaates wird von sommergrünen Laubmischwäldern und Grünland bedeckt, in höheren Lagen der Appalachen überwiegen die Laubmischwälder.

Gliederung

Größte Städte

Utica (New York)SchenectadyMount Vernon (New York)New RochelleAlbany (New York)Syracuse (New York)Rochester (New York)YonkersBuffaloNew York City
Manhattan Skyline in der Nacht
Karte der Bevölkerungsdichte New Yorks

New York hat 20.215.751 Einwohner (Stand: Zensus 2020).[2] Davon waren laut dem 2010 Zensus 57,2 % Weiße, 17,5 % Afroamerikaner, 18,4 % Mittel- bzw. Lateinamerikaner, 8,2 % Asiaten, 1,0 % Indianer.[1]

Alters- und Geschlechtsstruktur

Die Altersstruktur von New York setzt sich folgendermaßen zusammen (Stand: Census 2010):

  • bis 18 Jahre: 4.185.670 (21,6 %)
  • 18 bis 64 Jahre: 12.401.985 (64 %)
  • ab 65 Jahre: 2.790.447 (14,4 %)

Das Medianalter beträgt 38 Jahre. 48,5 % der Bevölkerung sind männlich und 51,5 % weiblich.

Abstammung

12,8 % der Einwohner sind italienischer Abstammung und stellen damit die größte Gruppe dar. Es folgen die Gruppen der Irisch- (11,6 %), Deutsch- (10,0 %), Englisch- (5,0 %) und Polnischstämmigen (4,6 %) (Stand 2014).[6]

Religionen

Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahr 2000 waren die römisch-katholische Kirche mit 7.550.491, die United Methodist Church mit 403.362, die American Baptist Churches USA mit 203.297 und die anglikanische Episcopal Church mit 201.797 Anhängern. Darüber hinaus waren 1.653.870 Einwohner jüdischen und 223.968 Einwohner islamischen Glaubens.[7]

BIP des Staates New York 2016: ca. 1.487 Mrd. US-Dollar (Anteil am Gesamt-BIP der USA: 8,1 %)[8]

BiP des Staates New York pro Kopf 2016: 75 360 US-Dollar (US-Durchschnitt 57 118 US-Dollar)

Wirtschaftswachstum (2014): 2,5 % (US-Durchschnitt: 2,2 %)[9]

Arbeitslosenquote (November 2017): 4,7 % (Landesdurchschnitt: 4,1 %).[10]

Wirtschaftszweige

Insgesamt ist der Wirtschaftsraum New York vom sekundären (Industrie) und tertiären (Dienstleistungen) Wirtschaftssektor geprägt. Die (gemischte und traditionelle) Landwirtschaft sowie der Fischfang spielen eine relativ geringe Rolle. Obst (v. a. Äpfel, Erdbeeren und Kirschen) wird am Hudson und am Ontariosee angebaut, in der Gegend um Rochester auch kleinere Mengen an Weizen. Ebenso gibt es kleine Weinanbaugebiete. Es wird außerdem in den hügeligeren Gebieten Viehzucht betrieben. Der Bundesstaat New York gehört deshalb zu den größten Milchproduzenten der USA. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind klein, das im Mittelwesten und Süden der USA verbreitete „Agrobusiness“ ist hier nicht vorhanden, weil die Flächen relativ klein sind. Die ebenfalls zum primären Sektor zählende Rohstoffgewinnung wird vorwiegend im Norden des Bundesstaates betrieben. An einigen wenigen Orten werden Eisenerze und Stahlveredler abgebaut, ebenso wie Steinsalze (in der Region um Rochester) sowie geringe Mengen an Erdöl und Erdgas im Südwesten. Die Industrie spielt in den mittelgroßen Städten (Buffalo, Rochester, Albany) eine große Rolle, der gesamte Bundesstaat New York gehört zum Manufacturing Belt. Die wichtigsten Industriezweige sind der Maschinen- bzw. Fahrzeugbau sowie die Elektrotechnik. Grundlage dafür ist die Eisen- und Stahlerzeugung, die vorrangig in und um Buffalo betrieben wird.

New York Stock Exchange

Elektrotechnik und das Druckgewerbe gehören zu den wichtigsten Industriezweigen in der Region um New York City. Dennoch nimmt diese Region eine Ausnahmestellung ein, denn die Dienstleistung ist hier der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig. Zahlreiche Unternehmen der High-Tech-Industrie (z. B. IBM), des Banken- und Finanzwesens (z. B. Goldman Sachs, JP Morgan) sowie einflussreiche Zeitungen (z. B. The New York Times, The Wall Street Journal) und Fernsehsender (z. B. NBC, HBO) haben ihren Sitz in New York City, ebenso die weltweit wichtigste Börse (New York Stock Exchange). Außerdem befinden sich in New York City zahlreiche bedeutende wissenschaftliche (z. B. New York University, Columbia University) und kulturelle (z. B. Metropolitan Opera, Museum of Modern Art) Einrichtungen auf engstem Raum.

Infrastruktur

Die Infrastruktur ist im Bundesstaat New York gut ausgebaut, verantwortlich für Planung, Bau und Wartung ist neben weiteren Behörden insbesondere das New York State Department of Transportation. Mehrere Highways verbinden New York City mit den Städten an den Großen Seen sowie mit den anderen Bundesstaaten, vor allem New Jersey, in dem viele Menschen wohnen, die in New York City arbeiten. Nur im Südwesten des Bundesstaates ist das Straßennetz sehr weitmaschig, allerdings besteht dort aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte kaum Bedarf.

Personenfernverkehr mit der Eisenbahn innerhalb New Yorks gibt es nur mit dem sogenannten Empire Service, der die Hauptstrecke New York – Albany täglich mit zwölf Zugpaaren befährt, von denen drei nach Niagara Falls weiterfahren, und eines davon nach Toronto; zudem gibt es einmal täglich in Buffalo eine Umsteigeverbindung nach Chicago.[11] Zwei Zugpaare verkehren täglich zwischen New York und Glens Falls, von denen eines nach Montreal weiterfährt. In New York City gibt es ausgezeichnete Verbindungen auf der relativ gut ausgebauten Amtrak Acela Strecke Boston – NYC – Philadelphia – Baltimore – Washington, D.C., von deren jeweiligen Endpunkte der Rest der Ostküste erreicht werden kann.

Eher untypisch für die USA ist dagegen das weit verzweigte und viel genutzte U-Bahn- und Regionalbahn-Netz der Stadt New York. Dieses Netz entlastet die Straßen, die ohnehin häufig große Staus aufweisen.

New York City besitzt mit dem J. F. Kennedy Airport (vorwiegend für Auslandsflüge) den dreizehntgrößten Flughafen der Welt (41,9 Mio. Passagiere im Jahr 2005; sechstgrößter Flughafen der USA). Ein weiterer Flughafen ist der La Guardia Airport, der hauptsächlich für Inlandsflüge genutzt wird. Dort wurden im Jahr 2006 gut 25 Mio. Passagiere abgefertigt. Weitere Flughäfen befinden sich in Albany, in Rochester, in Buffalo (Buffalo Niagara International Airport und Buffalo Municipal Airport) und in Syracuse, also in jeder größeren Stadt.

Der Hafen von New York ist der größte Seehafen an der US-Ostküste. Der Containerumschlag hat vor allem am Standort Newark (NJ) der Port Authority of New York and New Jersey enorm zugenommen.

Ein wichtiger Binnenhafen ist der der Stadt Buffalo. Hier werden vorwiegend Ausgangsstoffe für die im Bundesstaat New York ansässigen Industrien, wie z. B. Kohle, Eisenerze und Stahl, angeliefert. Hier mündet ebenfalls der Eriekanal, der den Eriesee über den Hudson mit dem Atlantischen Ozean verbindet.

Wie in den gesamten USA haben auch im Bundesstaat New York nicht alle Einwohner Zugang zu sauberem Trinkwasser: Bleirohre in der örtlichen Wasserversorgung sind noch relativ weit verbreitet;[12] Trinkwasser enthält oft auch in größeren Städten relativ hohe Restbestände von Düngemitteln und industriellen Chemikalien; und auf dem Land sind viele Familien immer noch auf ihre eigen gebohrten Grundwasserbrunnen angewiesen, die oft nicht sehr sauberes Wasser liefern.[13]

Das Telekommunikationsnetz (inklusive Internet) ist relativ gut ausgebaut, jedoch gibt es Lücken in den weniger dicht besiedelten Teilen des Staates, und wie in den gesamten USA sind die Internetverbindungen im Vergleich zu den meisten fortgeschrittenen Nationen relativ langsam und teuer.[14]

Die Stromversorgung ist sehr gut, jedoch sind auch diese Versorgungsnetze stark renovierungsbedürftig, was immer wieder zu Stromausfällen durch Stürme führt. 2019 wurde 27 % des Stroms von erneuerbare Energien bezogen, und hiervon 88 % von Wasserkraft. New Yorks 2020 erlassene Clean Energy Standard Verordnung schreibt vor, dass im Jahr 2030 erneuerbare Energien 70 % zur Stromerzeugung beitragen sollen, und dass dies bis 2040 auf 100 % anwachsen soll.[15]

New Yorks letztes Kohlekraftwerk wurde Anfang 2020 geschlossen, und seitdem wird der größte Anteil durch Erdgas und zwei Kernkraftwerke mit mehreren Kernreaktoren gewonnen.[16]

Das Kernkraftwerk Indian Point in Buchanan, etwa 55 km nördlich von New York City – zwei Druckwasserreaktoren, Baubeginn 1966 und 1969, 1020 und 1025 MW (netto) – wurde am 30. April 2021 abgeschaltet.[17]

Eine Pfeilspitze des Typs Levanna projectile point aus dem Cayuga County, wie sie von etwa 700 bis 1350 in Gebrauch waren. Dieser Typus ist relativ selten, sehr viel häufiger sind Jack’s Reef Corner Notched oder Jack’s Reef Pentagonal[18]

Die meisten Indianer auf dem Gebiet des heutigen Bundesstaats wurden vertrieben. So gingen viele Lenni Lenape nach Oklahoma, Mohican und Munsee nach Wisconsin, die Abenaki sind zwar in Kanada anerkannt, jedoch nicht in New York. Die Mohegan nation mit ihren Einzelstämmen, den Shinnecock, Pequot und Narraganset, blieben in der Region, doch ist ihre Zahl gering. So erinnert vor allem das Mashantucket Pequot Museum and Research Center in Connecticut an die Indianer von New York. Einzig die Irokesen leben zu einem großen Teil noch heute im Bundesstaat New York.

Die 1621 gegründete niederländische Kolonie Nieuw Nederland wurde 1664 durch die englische Krone annektiert und in New Jersey und New York geteilt. Benannt wurde New York nach dem Duke of York, dem späteren König Jakob II., der die Kolonie von seinem Bruder, König Karl II., geschenkt erhielt. 1667 traten die Niederlande im Frieden von Breda Nieuw Nederland an England ab. Die Abtretung wurde nach zeitweiliger Besetzung der Stadt New York durch eine niederländische Flotte 1674 im Frieden von Westminster bestätigt. 1685 wurde New York Kronkolonie und drei Jahre später, 1688, Teil des kurzlebigen Dominions Neu-England. Als 1689 die Nachricht von der Glorreichen Revolution die Kolonien erreichte, brachen Wirren aus, in denen der Deutsch-Amerikaner Jakob Leisler eine führende Rolle spielte. Erneut in Kraft gesetzt wurde die Kolonialverfassung der Provinz New York nach Ankunft eines neuen Gouverneurs 1691.

Als eine der Dreizehn Kolonien trat New York 1788 als elfter Staat der amerikanischen Union bei. Die Stadt New York City wurde 1789 die erste Hauptstadt der USA. Die Kolonie und der Staat New York wurden in der zweiten Hälfte des 18. und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen von drei Clans beherrscht, die auch über den größten Grundbesitz verfügten: den schottischstämmigen Livingstons um Robert R. Livingston, dem Familienclan um George Clinton und seinen Neffen DeWitt Clinton sowie der niederländischstämmigen Familie Schuyler, zu der Philip Schuyler zählte.

Gouverneur und Staatsregierung

New York State Executive Mansion, Residenz des Gouverneurs von New York
Das State Capitol in Albany, Sitz der Legislative

Gouverneurin des Bundesstaates ist seit dem 24. August 2021 Kathy Hochul von der Demokratischen Partei.

Der Gouverneur übt auf bundesstaatlicher Ebene die Exekutivgewalt aus, das heißt, er führt die Staatsregierung und bestimmt die Richtlinien der Politik. Er verfügt über das Begnadigungsrecht, ernennt hohe Beamte sowie Richter am bundesstaatlichen Verfassungsgericht und nimmt in der Gesetzgebung eine zentrale Rolle ein, indem er Gesetzesbeschlüsse unterzeichnet oder sein Veto einlegt. Ferner ist er Oberbefehlshaber der Nationalgarde von New York und vertritt den Bundesstaat nach außen. Der Gouverneur wird im Turnus von vier Jahren direkt vom Volk gewählt. Weitere wichtige Mitglieder der Exekutive sind der Vizegouverneur, der Attorney General, der Secretary of State und der State Treasurer (entspricht etwa einem Finanzminister).[19]

Bundesstaatliche Legislative

Die gesetzgebende Gewalt auf Ebene des Bundesstaates wird durch die New York State Legislature ausgeübt. Sie besteht aus einem Staatssenat mit 63 direkt gewählten Senatoren und der State Assembly mit 150 direkt gewählten Abgeordneten. Die Amtszeiten betragen vier bzw. zwei Jahre. Seit den Staatsparlamentswahlen 2018 verfügen die Demokraten in beiden Kammern über eine deutliche Mehrheit. Sitz der State Legislature ist das Kapitol in Albany, der Hauptstadt des Bundesstaates.

Präsidentschaftswahlen und Kongress

Zwischen 1809 und 1972 war New York der Bundesstaat mit den meisten Wahlmännerstimmen im Electoral College der Präsidentschaftswahlen. Für die Demokratische Partei der USA besitzt der Staat – neben seiner Tradition als ehemaliges Stimmenschwerstgewicht (mittlerweile nur noch auf Platz drei mit 29 Wahlmännerstimmen hinter Texas mit 38 Wahlmännerstimmen und Kalifornien mit 55 Wahlmännerstimmen) – große Bedeutung; er gilt als Hochburg der Demokraten und stimmte letztmals 1984 in einer Präsidentschaftswahl mehrheitlich für den republikanischen Kandidaten.

Bei den letzten Wahlen erzielten die Demokraten in New York Ergebnisse, die stets knapp unter oder sogar über 60 Prozent lagen. Diese Konzentration beschränkt sich allerdings auf die Städte New York City, Buffalo und Rochester; die Landbevölkerung wählt – wie in anderen Staaten der USA auch – überwiegend republikanisch.

Erwähnenswert ist auch, dass New Yorker Republikaner, die in dem demokratisch geprägten Staat während der letzten zehn Jahre eine große Rolle gespielt haben, eher dem linken Flügel ihrer Partei zuzuordnen sind. Zu nennen sind hier George Pataki und Rudy Giuliani. Synonym als „moderater Republikaner“ ist der frühere US-Vizepräsident und Gouverneur des Staates New Yorks Nelson Rockefeller.[20]

Mitglieder im 117. Kongress

Repräsentantenhaus
Name Mitglied seit Parteizugehörigkeit
Lee Michael Zeldin 2015 Republikaner
Andrew Reed Garbarino 2021 Republikaner
Thomas Richard Suozzi 2017 Demokrat
Kathleen Maura Rice 2015 Demokrat
Gregory Weldon Meeks 1998 Demokrat
Grace Meng 2013 Demokrat
Nydia Margarita Velázquez Serrano 1993 Demokrat
Hakeem Sekou Jeffries 2013 Demokrat
Yvette Diane Clarke 2007 Demokrat
Jerrold Lewis „Jerry“ Nadler 1992 Demokrat
Nicole Malliotakis 2019 Republikaner
Carolyn Bosher Maloney 1993 Demokrat
Adriano de Jesús Espaillat Cabral 2017 Demokrat
Alexandria Ocasio-Cortez 2019 Demokrat
Ritchie John Torres 2021 Demokrat
Jamaal Bowman 2021 Demokrat
Mondaire Jones 2021 Demokrat
Sean Patrick Maloney 2013 Demokrat
Antonio Ramon Delgado 2019 Demokrat
Paul David Tonko 2009 Demokrat
Elise Marie Stefanik 2015 Republikaner
Claudia Tenney (2017–2019), 2021 Republikaner
Thomas W. „Tom“ Reed II. 2010 Republikaner
John Michael Katko 2010 Republikaner
Joseph D. Morelle 2018 Demokrat
Brian Michael Higgins 2005 Demokrat
Christopher L. „Chris“ Jacobs 2020 Republikaner
Senat
Name Mitglied seit Parteizugehörigkeit
Kirsten Elizabeth Rutnik Gillibrand 2009 Demokrat
Charles Ellis „Chuck“ Schumer 1999 Demokrat
Präsidentschaftswahlen seit 1912[21]
Jahr Kandidat (Gewinner) Prozent Stimmen Kandidat (Verlierer) Prozent Stimmen
2020 Joe Biden (D) 60,86 5.230.985 Donald Trump (R) 37,75 3.244.798
2016 Hillary Clinton (D) 59,00 4.556.142 Donald Trump (R) 36,51 2.819.557
2012 Barack Obama (D) 63,35 4.485.877 Mitt Romney (R) 35,17 2.490.496
2008 Barack Obama (D) 62,88 4.804.945 John McCain (R) 36,03 2.752.771
2004 John Kerry (D) 58,36 4.314.280 George W. Bush (R) 40,08 2.962.567
2000 Al Gore (D) 60,22 4.113.791 George W. Bush (R) 35,22 2.405.676
1996 Bill Clinton (D) 59,47 3.756.177 Bob Dole (R) 30,61 1.933.492
1992 Bill Clinton (D) 49,73 3.444.450 George H. W. Bush (R) 33,88 2.346.649
1988 Michael Dukakis (D) 51,62 3.347.882 George H. W. Bush (R) 47,52 3.081.871
1984 Ronald Reagan (R) 53,84 3.664.763 Walter Mondale (D) 45,83 3.119.609
1980 Ronald Reagan (R) 46,66 2.893.831 Jimmy Carter (D) 43,99 2.728.372
1976 Jimmy Carter (D) 51,87 3.389.558 Gerald Ford (R) 47,45 3.100.791
1972 Richard Nixon (R) 58,54 4.192.778 George McGovern (D) 41,21 2.951.084
1968 Hubert H. Humphrey (D) 49,76 3.378.470 Richard Nixon (R) 44,30 3.007.932
1964 Lyndon B. Johnson (D) 68,56 4.913.156 Barry Goldwater (R) 31,31 2.243.559
1960 John F. Kennedy (D) 52,53 3.830.085 Richard Nixon (R) 47,27 3.446.419
1956 Dwight D. Eisenhower (R) 61,19 4.340.340 Adlai Ewing Stevenson (D) 38,78 2.750.769
1952 Dwight D. Eisenhower (R) 55,45 3.952.815 Adlai Ewing Stevenson (D) 43,55 3.104.601
1948 Thomas E. Dewey (R) 45,98 2.841.163 Harry S. Truman (D) 45,00 2.780.204
1944 Franklin D. Roosevelt (D) 52,31 3.304.238 Thomas E. Dewey (R) 47,30 2.987.647
1940 Franklin D. Roosevelt (D) 51,50 3.251.918 Wendell Willkie (R) 47,95 3.027.478
1936 Franklin D. Roosevelt (D) 58,85 3.293.222 Alf Landon (R) 38,97 2.180.670
1932 Franklin D. Roosevelt (D) 54,07 2.534.959 Herbert Hoover (R) 41,33 1.937.963
1928 Herbert Hoover (R) 49,79 2.193.344 Alfred E. Smith (D) 47,44 2.089.863
1924 Calvin Coolidge (R) 55,76 1.820.058 John W. Davis (D) 29,13 950.796
1920 Warren G. Harding (R) 64,56 1.871.167 James M. Cox (D) 26,95 781.238
1916 Charles Evans Hughes (R) 51,53 879.238 Woodrow Wilson (D) 44,51 759.426
1912 Woodrow Wilson (D) 41,27 655.573 William Howard Taft (R) 28,68 455.487

Umweltpolitik

Im August 2020 wurde vom New York State Department of Environmental Conservation ein Gesetzesvorschlag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und damit zur Umsetzung des Climate Leadership and Community Protection Act veröffentlicht. Der Vorschlag sieht bis 2030 zunächst eine 40-prozentige Reduzierung von Methan und anderen schädlichen Gasen sowie bis 2050 eine Reduzierung um 85 Prozent vor. Zudem muss bis 2040 ein kohlenstofffreies Stromsystem geschaffen werden.[22]

Der Staat New York ist ein bedeutender Bildungsstandort in den USA. Die wichtigsten staatlichen Universitäten sind in der State University of New York und der City University of New York zusammengefasst. Die bekanntesten privaten Hochschulen sind die Columbia University, die Cornell University und die New York University. Andere bekannte private Hochschulen sind die Fordham University, die Hofstra University, die Long Island University, die St. John’s University, die Syracuse University, die University of Rochester und die Yeshiva University. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in New York verzeichnet.

In Lake Placid fanden 1932 und 1980 Olympische Winterspiele statt. Lake Placid ist damit einer von nur drei Orten, die die Winterspiele zweimal austrugen.

Wichtige Ziele für die US-Amerikaner sind Long Island (viele Badestrände und große Fischvorkommen zum Angeln), einige kleine Orte in den Appalachen (Wintersportorte), sowie fast der gesamte Bundesstaat im Herbst, wenn im sogenannten Indian Summer die Blätter der Laubbäume viele verschiedene, außergewöhnlich intensive Farbtöne erhalten. New York City ist mit seinen vielen kulturellen Einrichtungen (Metropolitan Opera, Museum of Modern Art, Guggenheim Museum) und berühmten Bauwerken (Freiheitsstatue, Empire State Building, Chrysler Building) sehr interessant.

Insgesamt wird der Tourismus immer wichtiger, denn es wird wieder populärer, auf Long Island seinen Sommerurlaub zu verbringen. Die Anhebung der Flugpreise in den letzten Jahren ist der Grund dafür, dass viele US-Amerikaner nicht mehr in die Karibik oder noch weiter (z. B. nach Hawaii) fliegen. Die Wintersportgebiete sind noch sehr unzureichend erschlossen. Der Indian Summer ist nach wie vor populär.

  • Brian Phillips Murphy: Building the Empire State: Political Economy in the Early Republic. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2015, ISBN 978-0-8122-4716-9.
  • Peter D. McClelland, Alan L. Magdovitz: Crisis in the Making: The Political Economy of New York State since 1945. Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-10553-8.

Koordinaten: 43° 7′ N, 75° 57′ W

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