Matthias Brandt

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Matthias Brandt, 2016

Matthias Frederik Brandt (* 7. Oktober 1961 in West-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Hörbuchsprecher und Autor. Seit 1989 trat er in über 80 Film- und Fernsehproduktionen vor die Kamera und wirkte in zahlreichen Theaterstücken. Einem breiten Fernsehpublikum wurde er unter anderem als Münchner Kommissar Hanns von Meuffels in der ARD-Krimireihe Polizeiruf 110 bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Brandt (links) am Bonner Kindertheater, 1972

Matthias Brandt ist der jüngste von gesamt drei Söhnen des früheren deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt (1913–1992) und dessen Frau Rut, geb. Hansen (1920–2006).[1] Seine Schulzeit verbrachte er in Bonn und spielte bereits im Schultheater.[1] Als er 18 Jahre alt war, trennten sich seine Eltern.[1] Seine beiden älteren Brüder sind der Historiker Peter Brandt (* 1948) und der Schriftsteller und Filmemacher Lars Brandt (* 1951).[1] Seine ältere Halbschwester Ninja (* 1940) entstammt der ersten Ehe (1941–1948) Willy Brandts mit Carlota Thorkildsen.[1]

Brandt sieht seit seiner Geburt auf dem linken Auge sehr schlecht, ist dadurch – nach eigenen Angaben – aber nicht beeinträchtigt.[1] Er ist evangelisch getauft, trat aber im Alter von 18 Jahren aus der Kirche aus.[1] Er ist verheiratet und hat eine Tochter.[1]

Ausbildung und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandt studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Schauspiel. Nach einem ersten Engagement am Oldenburgischen Staatstheater im Jahr 1985 gehörte er unter anderem den Ensembles folgender Theater an: Staatstheater Wiesbaden, Nationaltheater Mannheim, Schauspiel Bonn, Bayerisches Staatsschauspiel, Renaissance-Theater Berlin, Schauspielhaus Zürich, Schauspielhaus Bochum und Schauspiel Frankfurt.

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandt (5 von links) mit dem Cast von Ein Mann, ein Fjord!, 2008
Matthias Brandt mit den Mitgliedern des Bundesverband Schauspiel, 2005

Ende der 1980er und Anfang der 1990er war Brandt in seinen ersten Rollen vor der Kamera zu sehen. Sein Debüt gab er 1989 unter der Regie von Bruno Jonas in dem Fernsehfilm Ein Prachtexemplar. 1991 spielte er in der Fernsehserie Pfarrers Kinder, Müllers Vieh in insgesamt sechs Folgen die Rolle des Manfred. Eine weitere feste Serienrolle hatte er 2001 als Herr Senne in der ZDF-Produktion Die Biester. Seit den 2000ern spielt er kontinuierlich verstärkt in Film- und Fernsehproduktionen. 2003 übernahm er in dem Fernsehfilm Im Schatten der Macht, der die letzten Tage vor dem Rücktritt Willy Brandts vom Amt des Bundeskanzlers schildert, die Rolle des Günter Guillaume. 2005 verkörperte er an der Seite von Juliane Köhler einen minderbegabten Vater im Fernsehfilm In Sachen Kaminski. Für seine darstellerische Leistung wurde er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. In Martin Enlens Kriminalfilm Der Tote am Strand, der im Oktober 2006 auf dem Filmfest Hamburg erstmals gezeigt wurde, spielte er an der Seite von Birge Schade die Rolle des Ole, der seinen Schwiegervater im Handgemenge erschießt.

2010 übernahm Brandt unter der Regie von Hannu Salonen die Titelrolle in dem Märchenfilm Des Kaisers neue Kleider nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen. Im gleichen Jahr drehte er mit der Episodie Cassandras Warnung seinen ersten Fall als Münchner Kommissar Hanns von Meuffels in der ARD-Krimireihe Polizeiruf 110, die im August 2011 erstmals ausgestrahlt wurde. Für seine Darstellung des Münchner Kommissars gewann er den Bambi und 2013 in der Kategorie als bester männlicher Hauptdarsteller den Bayerischen Fernsehpreis. Im August 2018 wurde bekannt, dass ihm 2019 Verena Altenberger als neue Münchner Kommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff nachfolgen soll.[2]

Am 25. Juli 2012 zeigte Das Erste ein 45-minütiges Porträt Brandts im Rahmen der Reihe Deutschland, deine Künstler. 2014 spielte er in Hermine Huntgeburths Filmdrama Männertreu die männliche Hauptrolle des Verlegers und Herausgebers Georg Sahl der Frankfurter Nachrichten. Diese Rolle brachte ihm den Hessischen Fernsehpreis und Bayerischen Fernsehpreis ein.

Parallel übernimmt er wiederholt Gastrollen in Krimiserien wie Tatort, Michelle Eisner, Doppelter Einsatz, Unter anderen Umständen und Nachtschicht.

Neben seiner Arbeit auf der Bühne und in Film und Fernsehen betätigt Brandt sich als Sprecher von Hörbüchern und Hörspielen. 2010 las er den Roman Psycho von Robert Bloch ein. 2014 erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis für seine Einlesung des Romans Schöne neue Welt des Autors Aldous Huxley in der Kategorie „Das besondere Hörbuch/Beste Science-Fiction“.

Matthias Brandt ist Mitinitiator des im April 2006 gegründeten Bundesverband Schauspiel.

Autorentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2016 erschien Brandts erstes Buch unter dem Titel Raumpatrouille, das autobiographische Erzählungen aus seiner Kindheit enthält.[3] Im August 2019 folgte sein Romandebüt Blackbird. Der Roman spielt in den siebziger Jahren und handelt von einem 16-Jährigen, dessen bester Freund am Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt.[4]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinofilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien- und reihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Brandt (links) mit Christian Schwochow (rechts) beim Grimme-Preis 2015

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Matthias Brandt – Galerieseite von Fotos
Commons: Matthias Brandt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Matthias Brandt, in: Internationales Biographisches Archiv 08/2019 vom 19. Februar 2019, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 19. Februar 2019 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. derStandard.at: Verena Altenberger löst Matthias Brandt bei „Polizeiruf 110“ ab. Artikel vom 12. August 2018, abgerufen am 12. August 2018.
  3. FAZ.net vom 6. September 2016 / Julia Encke: Mein Vater hatte eben einen komischen Beruf (Rezension)
  4. Peter Körte: So und nicht anders, in: F.A.S., 18. August 2019, S. 37.
  5. https://www.hoerspielundfeature.de/hoerspiel-ueber-ein-erfundenes-gebirge-ein-berg-viele-100.html
  6. Oliver Overhott: Matthias Brandt für Deutschen Fernsehpreis nominiert, derwesten.de/WAZ, 18. September 2012
  7. Hessischer Film- und Kinopreis: Nominierungen 2018. Artikel vom 21. September 2018, abgerufen am 23. September 2018.