Universitätsklinikum Bonn

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Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung mit mehr als 1306 Planbetten. Mehr als 8.300 Mitarbeiter arbeiten dort in Forschung, Lehre und Krankenversorgung sowie im öffentlichen Gesundheitswesen.

Universitätsklinikum Bonn
Logo
Trägerschaft Anstalt des öffentlichen Rechts
Ort Bonn
Bundesland Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland Deutschland
Koordinaten 50° 42′ 6″ N, 7° 6′ 11″ OKoordinaten: 50° 42′ 6″ N, 7° 6′ 11″ O
Ärztlicher Direktor Wolfgang Holzgreve
Versorgungsstufe Maximalversorgung
Betten 1.306 Planbetten (2022)
Mitarbeiter ca. 8.300 (2022)
davon Ärzte 1.091 (2020)
Zugehörigkeit Universität Bonn
Gründung 1783/1. Januar 2001
Website https://www.ukbonn.de/
Lage
Universitätsklinikum Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Organigramm des UKB
Gesamtansicht UKB aus der Luft
Eltern-Kind-Zentrum (ELKI)
Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik (NPP)
Biomedizinisches Zentrum I (BMZ I)
Biomedizinisches Zentrum II (BMZ II)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1776 wurden an der Maxischen Akademie und späteren kurfürstlichen Universität Bonn (1784–1798), der Vorläuferin der heutigen, 1818 neugegründeten Universität, medizinische Lehrstühle eingerichtet. Zu den ersten Inhabern eines Lehrstuhls gehörte Franz Wilhelm Kauhlen.[1] Auf diese wurden nicht nur rheinische, sondern auch Professoren aus Frankreich und Wien berufen. Nach der Besetzung des Rheinlands durch die Franzosen und der anschließenden Machtübernahme durch die Preußen gründeten diese 1818 die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn neu – mit Lehrstühlen u. a. für Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe. Dafür entstanden in den Räumen des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses, damals wie heute das Universitäts-Hauptgebäude am Hofgarten, Kliniken für (Innere) Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe. Wegen des gestiegenen Platzbedarfs zogen diese Kliniken später im Deutschen Kaiserreich in Neubauten an der Theaterstraße im Gebiet der heutigen Beethovenhalle um.

Nach der Zerstörung durch einen Luftangriff am 18. Oktober 1944 wurden Teile des Klinikums in den Bunker im Dransdorfer Berg verlegt. In der Folge wurde beschlossen, die Flakkaserne auf dem Venusberg auszubauen und das Klinikum dauerhaft dorthin zu verlagern. Die Arbeiten begannen 1946, und am 28. November 1949 konnten die chirurgische und medizinische Klinik auf dem Venusberg einen Regelbetrieb aufnehmen. Andere Kliniken wie die Kinderklinik, die Medizinische Poliklinik und die Zahnklinik blieben im Tal.

In den letzten 10 Jahren wurden alle Kliniken mit Ausnahme der Zahnklinik auf dem Venusberg – Campus zusammengeführt.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kliniken / Zentren / Institute am Campus Venusberg

  • Chirurgisches Zentrum (Augenklinik, Urologie und Kinderurologie, MKG, HNO, Herzchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie)
  • Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde (Frauenheilkunde und gynäkologische Onkologie, Geburtshilfe und Pränatale Medizin, Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Senologie)
  • Zentrum für Kinderheilkunde (Allgemeine Pädiatrie, Kinderkardiologie, Kinderherzchirurgie, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin)
  • Zentrum für Innere Medizin
  • Neurozentrum (NPP) (Neurochirurgie, Epileptologie, Neurologie, Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie, Psychiatrie und Psychotherapie)
  • Zentrum für Pathologie (Pathologie und Neuropathologie)
  • Zentrum für Infektologie und Infektionsschutz (Hygiene und öffentliche Gesundheit, Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie, Virologie)
  • Angeborene Immunität, Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin (IHT), Experimentelle Immunologie, Genomische Mathematik, Hausarztmedizin, Humangenetik, Medizinhistorisches Institut, Molekulare Medizin, Molekulare Psychiatrie, Zelluläre Neurowissenschaften

Kliniken / Zentren / Institute außerhalb vom Campus Venusberg:

  • Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Welschnonnenstr.17, 53111 Bonn
  • Institut für Anatomie, Nussallee 10, 53115 Bonn
  • Institut für Pharmazeutische Mikrobiologie, Meckenheimer Allee 168, 53115 Bonn
  • Institut für Physiologie II, Nussallee11, 53115 Bonn
  • Institut für Biochemie und Molekularbiologie, Nussallee 11, 53115 Bonn
  • Institut für Rechtsmedizin, Stiftsplatz 12, 53111 Bonn

Vorstand des Universitätsklinikums Bonn

  • Wolfgang Holzgreve – Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender
  • Bernd Weber – Dekan der Medizinischen Fakultät
  • Clemens Platzköster – Kaufmännischer Direktor und Stellv. Vorstandsvorsitzender
  • Alexandra Philipsen – Stellv. Ärztliche Direktorin
  • Alexander Pröbstl – Vorstand Pflege und Patientenservice

Forschungsverbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genetische Medizin und Genetische Epidemiologie

  • BMBF NGFN+ Affektive Störungen und Schizophrenie (M. Nöthen)
  • BMBF Netzwerk Seltene Krankheiten „CURE-Net“ (Reutter)
  • E-Rare Angioedema (S. Cichon)
  • Deutsche Krebshilfe Verbundprojekt Familiärer Darmkrebs (Gründer Peter Propping †)
  • W3-Schwerpunktprofessur Genomic Statistics and Bioinformatics (Land NRW) (Krawitz)

Neurowissenschaften

  • DFG-SFB/TR 3: Mesiale Temporallappen-Epilepsien (2012 auslaufend) (Steinhäuser)
  • DFG-Klinische Forschergruppe KFO 177: Angeborene Immunität bei chronischer Neurodegeneration (2007–2013) (Heneka, Klockgether)
  • DFG-Forschergruppe FOR 926: Pathologie und Pathophysiologie des Endocannabinoidsystems (Wiederbegutachtung 2011) (Zimmer)
  • BMBF-BioPharma-Wettbewerb Biopharma-Neuroallianz: Neue Drug Targets und Protektions-Strategien für neurodegenerative Erkrankungen – Identifizierung von microRNAs und deren Ziel-mRNAs (2009–2012) (Pfeifer; Müller, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)
  • BMBF Kompetenznetz Degenerative Demenzen (KNDD) (Wiederbegutachtung 2010) (Maier)
  • E-Rare Internationales Netzwerk für spinozerebelläre Ataxien (RISCA) (Wiederbegutachtung 2011) (Klockgether)

Immunologie und Infektiologie

  • Exzellenzcluster ImmunoSensation: Das Immunsystem als Sinnesorgan (Gunther Hartmann)
  • DFG SFB 704 Molekulare Mechanismen und chemische Modulation der lokalen Immunregulation (Wiederbegutachtung 2013) (Kolanus, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät; Knolle)
  • DFG SFB 645 Regulation und Manipulation von biologischer Informationsübertragung in dynamischen Protein- und Lipid-Umgebungen (Wiederbegutachtung 2012) (Hoch, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)
  • DFG SFB 670 Zellautonome Immunität (Krönke, Universität Köln)
  • DFG-Forschergruppe FOR 854 Post-genomische Strategien für neue antibiotische Wirkstoffe und Zielstrukturen (Sahl)
  • DFG-Klinische Forschergruppe KFO 208 Ursachen und Folgen von Parodontopathien (Wiederbegutachtung 2011) (Deschner, Jäger, Jepsen)
  • W3-Schwerpunktprofessur Nichtkodierende RNA (Land NRW) (Eicke Latz)

Hepato-Gastroenterologie

  • DFG FB TRR 57 Organfibrose (Wiederbegutachtung 2013) (Trautwein, RWTH Aachen; Sauerbruch)

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

  • DFG-Forschergruppe FOR 917 Nanoparticle-based targeting of gene- and cell-based therapies (Nanoguide) (Wiederbegutachtung 2012) (Pfeifer)
  • NRW-Graduiertenschule Biotech Pharma (Wiederbegutachtung 2011) (Pfeifer; Müller, Mohr, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Andere Bereiche Die Forschungsverbünde der Pharmakologie (BMBF Biopharma-Neuroallianz; DFG-Forschergruppe FOR 917; NRW-Graduiertenschule Biotech Pharma) sind in den kardiovaskulären und neurowissenschaftlichen Schwerpunkt integriert.

Auf Universitätsebene bildet die Pharmakologie zusammen mit Instituten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät das Pharmazentrum.

Im Bereich Onkologie gibt es drei Forschungsverbünde, zwei davon gemeinsam mit der Universität Köln:

  • DFG SFB 832 Molekulare Basis und Modulation der zellulären Interaktionen im Tumormikromilieu (Wiederbegutachtung 2013) (Hallek, Universität Köln)
  • Deutsche Krebshilfe Center for Integrated Oncology Köln/Bonn (CIO) (2. Förderperiode 07/2011 bis 06/2014) (Sprecher M. Hallek, Köln; Ärztlicher Leiter für Bonn: I. Schmidt-Wolf, Med. Klinik I, Bonn)
  • Die in der Zahnmedizin angesiedelte DFG-Klinische Forschergruppe KFO 208 unterstützt den immunologischen Schwerpunkt.

Das UKB hatte 2020 den vierthöchsten Case Mix Index als einzige der Universitätskliniken in Deutschland einen Leistungszuwachs und zum 6. Jahr in Folge ein positives Jahresergebnis und steht im Wissenschaftsranking (LOMV) auf Platz 1 der Universitätskliniken in NRW.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Universitätsklinikum Bonn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Entdecker des Mineralbrunnens. Abgerufen am 12. September 2022.