Laufhäuser in Österreich

COVID-19 INFO: Laut einstimmigen Medienberichten ist Prostitution ab dem 1.07.2020 wieder erlaubt – „Paragraf 9 Abs. 2 entfällt mit Ablauf des 30. Juni 2020.“ Bitte erkundige dich jedoch im Detail bei deinem Laufhaus deines Vertrauens!

 

 

Was unterscheidet ein Laufhaus von einem Bordell?

Für Gebäude des horizontalen Gewerbes wurden schon zahlreiche Begriffe kreiert. Neben der Bezeichnung Bordell gehören die Begriffe Freudenhaus, Puff, Dirnenhaus oder auch Eroscenter zu den geläufigen Bezeichnungen für diese Etablissements, bei denen es sich in Grunde genommen immer um ein reguläres Bordell handelt.

Ein weiterer Begriff, der hierfür gerne genutzt wird, ist das Laufhaus. Allerdings ist diese Bezeichnung bei einem Bordell nicht wirklich treffend, da ein Laufhaus eine sehr abweichende Variante des Rotlichtgewerbes ist. Ein Laufhaus kann zwar auch als Bordell benannt werden, keinesfalls ist aber ein klassischen Bordell als Laufhaus zu bezeichnen.

Wo liegt der Unterschied?

Bei beiden handelt es sich um ein Gebäude, in welchem Kunden gegen Bezahlung eine sexuelle Dienstleistung erwerben können. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um normalen Geschlechtsverkehr, allerdings werden auch abweichende Sexpraktiken, wie beispielsweise SM, Rollenspiele, erotische Massagen und andere Sexvarianten, feilgeboten. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.

Das Bordell

Bei einem klassischen Bordell handelt es sich um ein Gebäude, das entweder dem Bordellbetreiber gehört oder das von ihm angemietet wurde. Das gesamte Inventar stammt vom Betreiber. Die Damen, welche dort ihre Dienste gegen Bezahlung anbieten, sind Angestellte des Bordellbetreibers, sie arbeiten also für Ihn. Das hat für die Ladys Vor- und Nachteile, sie bekommen ein festes Gehalt, zudem oftmals eine Provision ihrer Umsätze und müssen sich keine Gedanken über den Betrieb in den Räumlichkeiten machen. Denn die Kosten für das Gebäude, die Einrichtung und die Nebenkosten wie Strom, Wasser und was sonst noch anfällt, begleicht der Bordellbetreiber.

Der Nachteil dieser Art der Anstellung besteht darin, das ein großer Teil der Einnahmen an den Betreiber abzutreten sind. Sie selbst bekommen ja für die erbrachte Arbeit ihr Gehalt und bestenfalls eine Provision. Zusätzlich ist der Druck auf die Frauen deutlich größer, erwirtschaften sie nicht die Erträge, die sich der Betreiber erhofft, werden sie zügig durch rentablere Angestellte ersetzt. Die so abservierten Damen werden jedoch selten gefeuert, meist werden sie in Etablissements versetzt, die eher ihrer Wirtschaftlichkeit entsprechen. Das kann ein billigeres Bordell sein oder auch der Dienst im Freien (Straßenstrich).

Der Ablauf im Bordell

Das Zentrum des Bordells stellt in der Regel eine Bar dar, in dem sich der Gast wie in einem normalen Lokal einfinden kann. Dort wird er zunächst bewirtet und dann recht zügig von den anwesenden Damen umgarnt. Finden eine der Ladys sein Gefallen, werden die Details der sexuellen Dienstleistung besprochen und ein Preis für diese Leistung vereinbart. Sind sich beide (oder mehrere) einig, begleitet der Kunde die Dame seiner Wahl in einen separaten Raum, wo er das von ihm Gewünschte genießen kann. Danach verlässt er als zufriedener Kunde das Etablissement.

In anderen Varianten sitzen die Damen wie Ausstellungsstücke hinter einer Scheibe, durch die sie begutachtet werden können. Bei Interesse öffnet die Dame das Fenster und bei erfolgreicher Verhandlung wird der Kunde in den besagten Raum geleitet.

Das Laufhaus

In einem Laufhaus ist das ganze System komplett anders aufgebaut. Auch hier gibt es einen Besitzer bzw. einen Betreiber des Laufhauses, dieser stellt jedoch lediglich die Räume für das Gewerbe der Damen zu Verfügung. Seine Aufgabe besteht darin, das Haus (meistens ein ehemaliges Hotel, ein Motel oder ein anderes Gasthaus mit Gästezimmern) gut in Schuss zu halten und für ein einwandfreies Funktionieren der technischen Einrichtung zu sorgen. Zusätzlich stellt er auch die Einrichtung der Zimmer, also das Mobiliar.

Das Prinzip im Laufhaus.

Diese eingerichteten Zimmer können nun von den Prostituierten für einen bestimmten Zeitraum angemietet werden. Sie zahlen also einen festen Preis für die Nutzung der Räume. Die Vorteile liegen auf der Hand, die Damen können die kompletten Einnahmen abzgl. der Miete und Nebenkosten, für sich beanspruchen. Es liegt also ganz bei ihnen, wie viel sie mit ihrem Gewerbe verdienen.
Die Nachteile liegen darin, dass diese Form der Prostitution vollständig auf der Selbstständigkeit der Dame beruht. Sie also ist verantwortlich dafür, sich durch eigene Versicherungen abzusichern, ebenso müssen sie ihre Einnahmen natürlich wie jeder andere Selbstständige versteuern. Das Geschäftsmodell ermöglicht den Damen also ein gutes Einkommen, welches sie sich selbst erwirtschaften können, allerdings auch ein größeres finanzielles Risiko. Denn wenn die Kunden ausbleiben, bleibt die Lady auf den Kosten für das Zimmer sitzen.

An der Tür werden nun Bilder der Dame und Angaben über die angebotenen, sexuellen Gefälligkeiten angebracht. Betritt nun ein Kunde das Gebäude, kann er beim Gang durch die Flure diese Angaben betrachten und sich so die Dame aussuchen, welche seinen Vorstellungen und Gelüsten am ehesten verspricht.
Ist er fündig geworden, läutet oder klopft er an die Tür, die Mieterin wird daraufhin öffnen und die Details sowie die Kosten dafür mit dem Interessenten besprechen. Wird man sich einig, tritt der Kunde ein, wenn nicht oder ist die Dame bereits mit einer Tätigkeit beschäftigt, kann er sofort nach weiteren Damen schauen.

Neben den regulären Zimmern werden den Besuchern auch zahlreiche Themenräume angeboten, zum Beispiel ein SM-Raum, ein Pool oder Zimmer mit geschichtlichem Hintergrund. Einige Laufhäuser bieten auch eine Bar und Snacks an, diese dienen aber selten zur Ansprache von Kunden, vielmehr soll sich der Gast hier erfrischen, um dann gegebenenfalls nochmal eine Dame aufzusuchen.

Wo liegen die Vor- und Nachteile der Etablissements?

Im Allgemeinen bieten die Bordelle einen etwas besseren Service. Der Kunde wird direkt nach dem Betreten von den Damen umgarnt und mit zahlreichen (und kostenpflichtigen) Aufmerksamkeiten umschmeichelt. Ein klassischen Bordell strahlt zudem eine angenehmere und persönlichere Atmosphäre aus, in der sich der Kunde wohlfühlen soll.

Das Laufhaus dagegen ist besonders wegen seiner Unkompliziertheit und der hohen Diskretion beliebt. Man läuft nicht Gefahr, an der Bar einen Bekannten oder Arbeitskollegen zu treffen (im schlimmsten Fall einen Vorgesetzten). Die Wahrscheinlichkeit, beim Betreten oder Verlassen des Gebäudes jemanden zu begegnen, ist eher gering. Auch sind die Parkplätze aus Gründen der Diskretion meistens nicht einsehbar.

Im großen Ganzen sind die Laufhäuser etwas günstiger, wer Wert auf höheren Komfort oder eine persönlichere Umgebung legt, muss im Bordell ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

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